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Eine langhaarige, braun getigerte Maine Coon mit Pinselohren und grünen Augen und ein schwarz-weißer Border Collie liegen nebeneinander auf einer salbeigrünen Strickdecke und schauen mit geöffnetem Maul fröhlich in die Kamera, im Hintergrund ein helles Zimmer mit Pflanzen

Illustration: KI-generiert

Zucht

Rassestandards bei Hund und Katze: Rassen gut verstehen

8 Min. Lesezeit

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Ob Border Collie, Dackel oder Maine Coon, für jede anerkannte Rasse gibt es einen Rassestandard, der ihr Aussehen und ihr Wesen beschreibt. Bei Hunden ordnet die FCI die Rassen in zehn Gruppen, bei Katzen teilt die FIFe sie in vier Kategorien ein. Mit dem Wissen, wofür eine Rasse einst gezüchtet wurde, fällt dir die Wahl deines künftigen Tieres leichter.

Ein Rassestandard ist die schriftliche Beschreibung einer Rasse, an der sich Züchterinnen und Züchter ebenso orientieren wie Richterinnen und Richter auf Ausstellungen. In einer verantwortungsvollen Zucht dient er als Leitlinie für die typischen Merkmale einer Rasse, während die Gesundheit und das Wesen der Tiere stets Vorrang haben. Für dich als künftige Halterin oder künftiger Halter lohnt sich die Lektüre, weil der Standard neben dem Aussehen auch das Wesen und die ursprüngliche Aufgabe einer Rasse beschreibt.

Was ein Rassestandard über eine Rasse verrät

Jede Hunderasse gilt bei der FCI als Eigentum eines bestimmten Landes, und dieses Ursprungsland erarbeitet ihren Standard gemeinsam mit den Fachkommissionen der FCI. Die FCI übersetzt und aktualisiert die Standards und veröffentlicht sie als Maßstab für die Bewertung auf Ausstellungen in allen Mitgliedsländern. Beim Border Collie etwa ist Großbritannien das Ursprungsland, und der gültige Standard stammt in seiner Grundfassung aus dem Jahr 1987.

Ein FCI-Standard folgt einem festen Aufbau und beginnt mit dem Ursprungsland, der Verwendung und der Einordnung in eine FCI-Gruppe. Danach beschreibt er das allgemeine Erscheinungsbild und wichtige Proportionen sowie das Verhalten, bevor der Reihe nach alle Körperteile vom Kopf bis zu den Gliedmaßen folgen und zuletzt Gangwerk, Haarkleid und Größe. Am Ende stehen die Fehler und die disqualifizierenden Fehler sowie der Hinweis, dass nur funktional und klinisch gesunde Hunde mit rassetypischem Körperbau zur Zucht eingesetzt werden sollen.

Jede Abweichung vom Standard gilt als Fehler, dessen Gewicht sich danach richtet, wie stark er die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes beeinflusst. Beim Border Collie zählt zusätzlich, ob der Hund seine traditionelle Arbeit als Hütehund noch verrichten kann, und ein aggressives oder übermäßig scheues Wesen führt zum Ausschluss. Ausgeschlossen ist außerdem jeder Hund, der deutliche körperliche Auffälligkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

Hunderassen und die zehn FCI-Gruppen

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ist ein internationaler Dachverband mit 101 Mitgliedern und Vertragspartnern, wobei jedes Land durch einen einzigen Verband vertreten ist. In Deutschland ist das der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), dem viele Rassezuchtvereine angehören. Die FCI erkennt 364 Rassen an und ordnet sie in zehn Gruppen ein, deren Namen oft schon eine Aufgabe wie das Hüten, das Vorstehen oder das Apportieren nennen. Die zehn Gruppen tragen diese Bezeichnungen:

  • Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde, ausgenommen Schweizer Sennenhunde
  • Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde
  • Gruppe 3: Terrier
  • Gruppe 4: Dachshunde
  • Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Gruppe 7: Vorstehhunde
  • Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
  • Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Gruppe 10: Windhunde

Innerhalb der Gruppen gliedern Sektionen die Rassen weiter, und so gehört der Border Collie in Gruppe 1 zur Sektion der Schäferhunde und zählt zu den Rassen mit Arbeitsprüfung. Die Windhunde der Gruppe 10 teilen sich nach ihrem Fell in lang-, rau- und kurzhaarige Rassen auf, zu denen etwa der Afghanische Windhund und der Irische Wolfshund sowie der Greyhound gehören. Neben den endgültig anerkannten Rassen führt die FCI vorläufig anerkannte Rassen, die erst nach ihrer endgültigen Anerkennung die internationale Anwartschaft CACIB auf Ausstellungen erhalten können.

Die nationalen Verbände stellen ihre eigenen Ahnentafeln aus und bilden ihre eigenen Richterinnen und Richter aus, während die FCI für die gegenseitige Anerkennung unter allen Mitgliedern sorgt. Ein Welpe aus einer Zucht im VDH erhält so eine Ahnentafel, die auch in den anderen FCI-Ländern gilt. Ihren Zwingernamen lassen Züchterinnen und Züchter über ihren nationalen Verband international bei der FCI eintragen.

Rassestandards bei Katzen: die FIFe und ihre Kategorien

Bei Katzen veröffentlicht die Fédération Internationale Féline (FIFe) Standards für die von ihr anerkannten Rassen und teilt diese in vier Kategorien ein. Zur ersten Kategorie gehören etwa Perser und Exotic sowie Ragdoll, Heilige Birma und Türkisch Van, während Maine Coon und Norwegische Waldkatze ebenso wie die Sibirische Katze in der zweiten stehen. Britisch Kurzhaar und Europäisch Kurzhaar sowie Kartäuser stehen in der dritten Kategorie, während Abessinier und Siam ebenso wie Russisch Blau und Somali zur vierten Kategorie zählen.

Neben den Standards der einzelnen Rassen gibt es einen allgemeinen Teil, der die Farben und Muster für alle Rassen beschreibt und die Fehler nennt, die bei jeder Rasse zum Ausschluss führen oder als allgemeine Fehler gelten. Einen eigenen Standard hat sogar die Hauskatze, die es als Langhaar- und als Kurzhaarvariante gibt und die außerhalb der vier Kategorien geführt wird. Wie bei den Hunden stehen die aktuellen Standards auf der Website des Verbands zum Herunterladen bereit.

Für die Registrierung nutzt die FIFe das EMS-System, das Rasse, Farbe und Muster sowie weitere Merkmale wie Augenfarbe oder Fellstruktur in kurzen Codes festhält. Der Code für eine Farbe oder ein Muster ist dabei bei jeder Rasse gleich, sodass etwa der Buchstabe a stets für Blau und die Zahl 23 für das getigerte Muster Mackerel Tabby steht. Entwickelt hat das System Eva Minde aus Norwegen, und die Generalversammlung der FIFe hat es im Jahr 1990 übernommen.

Unser Tipp

Lies den Standard deiner Wunschrasse am besten einmal in Ruhe, denn FCI und FIFe stellen ihn auf ihren Websites als PDF zum Herunterladen bereit. Besonders aufschlussreich sind bei Hunden die Abschnitte zur Verwendung und zum Verhalten, weil sie verraten, wofür eine Rasse ursprünglich gezüchtet wurde und welches Wesen sie mitbringt. Beim Border Collie steht dort etwa „Hütehund“ und die Beschreibung eines beharrlichen, arbeitsfreudigen und sehr lenkbaren Hundes.

Gesundheit vor Aussehen: was die Zuchtregeln vorsehen

Nach den Zuchtstrategien der FCI ist das Ziel der Hundezucht ein funktional gesunder Hund mit rassetypischem Körperbau und Wesen, der ein langes und glückliches Leben führen kann. Der Standard dient dabei als Leitlinie für die typischen Merkmale einer Rasse, wobei jede Übertreibung vermieden werden soll. Zur Zucht kommen nur Hunde ohne schwere Erkrankungen oder funktionelle Einschränkungen und mit einem gesunden, rassetypischen Wesen ohne übermäßige Angst oder grundlose Aggression.

Gibt es für eine Erbkrankheit einen Gentest, sollen die Zuchthunde getestet werden, damit nie zwei Träger derselben Veranlagung miteinander verpaart werden. Verpaarungen unter Geschwistern sowie zwischen Eltern und ihren Nachkommen schließen die Strategien ebenso aus wie künstliche Besamung, mit der sich körperliche Einschränkungen eines Hundes umgehen ließen. Eine Hündin, die ihre Welpen wegen ihres Körperbaus nicht selbst zur Welt bringen kann, scheidet aus der weiteren Zucht aus. Nach den Gesundheitstests der Elterntiere fragst du bei einer seriösen Hundezucht am besten direkt beim Besuch.

Auch die FIFe stellt die Gesundheit in den Mittelpunkt und erkennt keine neuen Rassen an, deren typische Merkmale auf Fehlbildungen beruhen und Gesundheitsprobleme verursachen. Von der Zucht ausgeschlossen sind taube Katzen und Katzen ohne Tasthaare oder mit Nabelbruch, und weiße Katzen erhalten vor der Zucht einen Hörtest und werden nie mit einer anderen weißen Katze verpaart. Eine Kätzin bekommt höchstens zwei Würfe in zwölf Monaten. Kitten ziehen nach den Regeln der FIFe frühestens mit 14 Wochen und vollständig geimpft in ihr neues Zuhause, was du bei einer seriösen Katzenzucht gezielt erfragen kannst.

Die passende Rasse finden: Wesen, Größe und Fell

Neben dem Wesen spielen bei der Wahl einer Rasse vor allem die Größe und das Haarkleid eine Rolle, die der Standard genau beschreibt. Beim Border Collie nennt er für Rüden eine ideale Schulterhöhe von 53 Zentimetern und unter dem Deckhaar eine weiche, dichte Unterwolle, die das Fell wetterfest macht. Ein Fell mit viel Unterwolle braucht vor allem im Fellwechsel regelmäßiges Bürsten, damit es ohne Knoten und Verfilzungen nachwächst.

Am besten überlegst du vorab, wie viel Zeit du für Bewegung und Beschäftigung sowie für die Fellpflege aufbringen möchtest, und vergleichst das mit der Verwendung und dem Wesen im Standard deiner Wunschrasse. Sprich außerdem mit der Zuchtstätte und dem Zuchtverband deiner Wunschrasse, die dir aus Erfahrung vom Leben dieser Tiere in einer Familie erzählen können. Beim Besuch einer Zuchtstätte lernst du die Mutterhündin oder Mutterkatze kennen und erlebst ihr Wesen in ihrer gewohnten Umgebung.

In Tierheimen und in den Notfallvermittlungen vieler Zuchtverbände warten außerdem Rassehunde auf ein neues Zuhause, und auch im Tierheim suchen viele Katzen Menschen, die sie liebevoll aufnehmen. Das Team dort kennt seine Schützlinge gut und hilft dir gern, ein Tier zu finden, dessen Wesen und Bedürfnisse gut zu dir passen. Katzen aus dem Tierheim sind in der Regel bereits kastriert, und für das gegenseitige Kennenlernen nimmst du dir am besten Zeit für mehrere Besuche.

Checkliste für die Wahl einer Rasse

  • Standard der Wunschrasse lesen
  • Verwendung und Wesen beachten
  • Größe und Fellpflege einplanen
  • Zeit für Bewegung abschätzen
  • Gesundheitstests der Eltern erfragen
  • Nach dem Zuchtverband fragen
  • Ahnentafel vom Verband erhalten
  • Auch ans Tierheim denken

Fazit

Ein Rassestandard beschreibt Aussehen, Wesen und ursprüngliche Verwendung einer Rasse und dient Zucht und Ausstellungen als Maßstab. Bei Hunden erarbeitet das Ursprungsland den Standard mit der FCI, die 364 Rassen in zehn Gruppen ordnet und deren Mitglieder ihre Ahnentafeln gegenseitig anerkennen. Bei Katzen teilt die FIFe ihre Rassen in vier Kategorien ein und hält Rasse, Farbe und Muster im EMS-Code fest.

Fehler im Standard wiegen umso schwerer, je stärker sie Gesundheit und Wohlbefinden beeinträchtigen, und zur Zucht sollen nur gesunde Tiere mit ausgeglichenem Wesen kommen. Die FCI schließt Paarungen unter engen Verwandten und Übertreibungen aus, die FIFe Zuchttiere mit Taubheit oder fehlenden Tasthaaren und neue Rassen mit gesundheitsschädlichen Merkmalen. Verwendung und Wesen sowie Größe und Haarkleid aus dem Standard helfen bei der Wahl einer Rasse, die gut zu dir passt.

Die Angaben geben den Stand vom 22. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind die Angaben der Fédération Cynologique Internationale (FCI) zu ihrer Organisation und zur Einteilung der Rassen, der FCI-Standard Nr. 297 für den Border Collie und die internationalen Zuchtstrategien der FCI sowie die Rassenübersicht, das EMS-System und die Gesundheits- und Zuchtregeln der Fédération Internationale Féline (FIFe). Der Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.

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Redaktion Early Paws

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