
Erziehung
Mit Geduld und Herz
Mit Geduld, Lob und liebevoller Begleitung lernt dein Tier ganz ohne Druck, und jede gemeinsame Übung stärkt das Vertrauen zwischen euch.
Gute Erziehung beruht auf Vertrauen und darauf, dass ihr einander versteht und in kleinen, freundlichen Schritten gemeinsam lernt. Ein Welpe lernt dabei ebenso wie eine junge Katze oder ein erwachsenes Tier in seinem eigenen Tempo und am liebsten mit Lob, Spiel und kleinen Belohnungen. Mit Geduld und Verständnis für seine Bedürfnisse entsteht so eine enge Bindung, die euch beiden Sicherheit und Freude schenkt.
Das Tierschutzgesetz untersagt in § 3 eine Ausbildung mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden ebenso wie Geräte, die über direkte Stromeinwirkung das Verhalten eines Tieres erheblich einschränken. Freundlichkeit und Belohnung prägen deshalb eine gute Erziehung, von der auch die tägliche Pflege profitiert, wenn dein Tier Berührungen gelassen annimmt. Am besten planst du kurze, fröhliche Übungseinheiten in euren Tag ein und beendest jede mit einem kleinen Erfolg, über den ihr euch beide freuen könnt.
Die amerikanische Fachgesellschaft für tierärztliche Verhaltensmedizin AVSAB empfiehlt für jedes Hundetraining belohnungsbasierte Methoden mit Leckerlis und Spiel ebenso wie mit freundlichem Lob als Anerkennung für jeden kleinen Fortschritt. Ein Clicker oder ein kurzes Markerwort wie „Fein“ zeigt deinem Hund dabei im richtigen Moment, welches Verhalten sich gelohnt hat. Auf diese Weise verbindet er das Lernen mit Freude und erwünschtes Verhalten wird für ihn zu einer lohnenden Gewohnheit.
Nach Einschätzung der AVSAB schaden Druck, Schmerz und Erschrecken dem Wohlbefinden des Tieres ebenso wie eurer Bindung und für eine bessere Wirkung solcher Methoden gibt es keine Belege. Klappt eine Übung einmal nicht, hilft deinem Hund deshalb eine ruhige kleine Pause, nach der er mit einer leichteren Aufgabe eine neue Gelegenheit zum Erfolg bekommt. Freundliches Training ist damit für dich und dein Tier die liebevollere Wahl und steht anderen Methoden in seiner Wirkung in nichts nach.
Neue Erfahrungen gestaltest du am besten so, dass dein Tier sie in seinem eigenen Tempo und aus freien Stücken erkunden darf. Zeigt es Unsicherheit, gibst du ihm mehr Abstand und Zeit und belohnst ruhiges und neugieriges Verhalten mit einem Leckerli oder freundlichen Worten. So wird jede Begegnung für dein Tier zu einer guten Erfahrung, die es neuen Situationen gegenüber zuversichtlicher macht.
Für Welpen liegt die sensible Phase der Sozialisierung nach Angaben der Purdue University zwischen der dritten und der vierzehnten Lebenswoche. In dieser Zeit nehmen sie neue Eindrücke besonders leicht auf und sanfte Begegnungen mit Menschen und anderen Tieren ebenso wie mit Geräuschen und verschiedenen Orten machen ihnen all das vertraut. Entscheidend ist dabei das Erleben deines Welpen, der jede dieser Erfahrungen als angenehm empfinden und selbst über die Nähe zu einer neuen Sache bestimmen darf.
Ideal ist, wenn die ersten sanften Begegnungen schon vor der achten Lebenswoche beginnen, weil danach eine Phase größerer Ängstlichkeit einsetzt, und eine seriöse Zucht mit Familienanschluss legt dafür die Grundlage. Die Tierschutz-Hundeverordnung sieht für Welpen bis zum Ende der zwanzigsten Lebenswoche mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson am Tag vor. Auch der erste Besuch in der Tierarztpraxis wird am besten zu einem freundlichen Erlebnis mit Leckerli und Lob, damit dein Welpe spätere Untersuchungen gelassen und vertrauensvoll annimmt.
Für Katzen gehört eine geräumige Katzentoilette mit unparfümiertem Streu zu einem entspannten Alltag und davon sollte es eine mehr geben als Katzen im Haushalt. Am besten steht sie an einem ruhigen und gut erreichbaren Ort abseits von Futter und Wasser, während du das Streu täglich und die ganze Toilette einmal in der Woche reinigst. Geht deine Katze dennoch häufiger daneben, empfiehlt sich ein Besuch in deiner Tierarztpraxis, denn dahinter kann auch eine Erkrankung stecken. Kratzt deine Katze an Möbeln, helfen ein stabiler Kratzbaum direkt neben der bisherigen Kratzstelle und viel Lob dabei, sie freundlich vom Sofa zum Kratzbaum zu lenken. Vögel gewöhnen sich am besten schon jung an das Krallenschneiden, wenn du jede Berührung an ihren Füßen mit einer kleinen Belohnung verbindest.
Signale wie Sitz und Platz oder den Rückruf übst du am besten zuerst in ruhiger Umgebung zu Hause, wo sich dein Hund gut konzentrieren kann. Gelingt eine Übung dort zuverlässig, folgen nach und nach der Garten und später belebtere Orte mit mehr Ablenkung. Bewährt hat sich, auch das Signal „Aus“ als freundliches Tauschgeschäft zu üben, damit dein Hund auf dem Spaziergang Kastanien und Eicheln gern gegen ein Leckerli eintauscht.

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt für jeden Hund ausreichend Auslauf im Freien passend zu seiner Rasse und seinem Alter sowie seiner Gesundheit. Damit diese gemeinsame Zeit entspannt bleibt, belohnst du deinen Hund am besten immer dann, wenn die Leine locker durchhängt und er aufmerksam neben dir läuft. Zieht er nach vorn, bleibst du kurz stehen und gehst erst weiter, sobald die Leine wieder locker ist.
Verändert sich das Verhalten deines Tieres plötzlich, kann auch eine gesundheitliche Ursache dahinterstecken und eine Untersuchung in deiner Tierarztpraxis klärt dann zuerst, ob deinem Tier etwas fehlt. Bei älteren Tieren kann eine Demenz hinter nächtlicher Unruhe und Orientierungslosigkeit stehen, und feste Abläufe geben ihnen dann Halt. Bei anhaltenden Unsicherheiten oder Ängsten empfiehlt sich der Rat einer Tierärztin oder eines Tierarztes mit Schwerpunkt Verhalten, die gemeinsam mit dir einen sanften Übungsplan entwickeln.
Auch erwachsene Hunde brauchen nach der Tierschutz-Hundeverordnung mehrmals täglich ausreichend Zeit mit ihren Menschen und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen, soweit Gesundheit und Verträglichkeit es erlauben. Gemeinsame Spaziergänge und Spiele ebenso wie kleine Übungen füllen diese Zeit mit Freude, denn positive Begegnungen sind nach Einschätzung der Purdue University bis zum Alter von sechs bis acht Monaten besonders wichtig und brauchen danach ein Leben lang Pflege. Bewährt hat sich deshalb, auch im Erwachsenenalter regelmäßig freundliche Begegnungen mit anderen Menschen und Tieren sowie mit neuen Orten einzuplanen.
Eine gute Erziehung beruht auf Belohnung mit Leckerlis und Spiel ebenso wie mit Lob, während Druck und Schmerz oder Stromgeräte nach dem Tierschutzgesetz und der Einschätzung der AVSAB keinen Platz haben. Welpen nehmen zwischen der dritten und der vierzehnten Lebenswoche neue Eindrücke besonders leicht auf und erhalten bis zur zwanzigsten Woche täglich mindestens vier Stunden liebevolle Zuwendung. Grundsignale und lockeres Gehen an der Leine gelingen in kleinen Schritten, zuerst in ruhiger Umgebung und später mit mehr Ablenkung.
Für Katzen sorgen eine zusätzliche Katzentoilette an einem ruhigen Ort und tägliches Säubern für einen entspannten Alltag in einem harmonischen Zuhause. Verändert sich das Verhalten plötzlich, steht deine Tierarztpraxis als erste Anlaufstelle bereit und bei anhaltenden Ängsten hilft eine tierärztliche Verhaltensberatung mit einem sanften Übungsplan weiter. Schritt für Schritt entsteht so ein Vertrauen, das euch ein Leben lang verbindet.
Die Angaben geben den Stand vom 8. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind § 3 des Tierschutzgesetzes, § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung, das Position Statement „Humane Dog Training“ der American Veterinary Society of Animal Behavior (AVSAB), Hinweise des Center for Animal Welfare Science der Purdue University zur Sozialisierung von Welpen sowie das MSD Veterinary Manual zur Katzentoilette und zur Pflege von Vögeln. Die Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.