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Early Paws
Eine trächtige schwarz-weiße Border-Collie-Hündin und eine trächtige graue Kurzhaarkatze liegen entspannt nebeneinander auf einem hellen Hochflorteppich in einem sonnigen Wohnzimmer, im Hintergrund ein Sofa und Zimmerpflanzen

Illustration: KI-generiert

Zucht

Trächtigkeit bei Hund und Katze: liebevoll begleiten

9 Min. Lesezeit

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Eine Trächtigkeit dauert bei Hündin und Katze rund neun Wochen, in denen sich die werdende Mutter über Ruhe, passendes Futter und deine Aufmerksamkeit freut. Mit einem vorbereiteten Wurfplatz, einem Thermometer und der Nummer deiner Tierarztpraxis begleitest du sie gelassen durch die Geburt und die ersten Tage mit dem Nachwuchs.

Ob in einer sorgfältig geplanten Zucht oder ganz überraschend nach einem Ausflug deiner Freigängerin, eine Trächtigkeit ist eine aufregende und schöne Zeit für euch beide. Bei der Geburt übernimmt die werdende Mutter viele Handgriffe selbst, vom Öffnen der Fruchtblase bis zum liebevollen Säubern ihrer Jungen. Du begleitest sie dabei mit Ruhe, gutem Futter und einem geschützten Platz und behältst im Blick, ob es ihr und dem Nachwuchs gut geht.

Vor einem geplanten Wurf ist eine tierärztliche Untersuchung der künftigen Mutter auf Gesundheit, Erbanlagen und Fortpflanzung empfehlenswert und bei Katzen zusätzlich ein Test auf ansteckende Krankheiten für die Kitten. Von einem beiläufigen Wurf im Familienkreis rät das tierärztliche Nachschlagewerk MSD Veterinary Manual bei Katzen ausdrücklich ab. Eine verantwortungsvolle Hundezucht plant jeden Wurf deshalb mit viel Sorgfalt und Blick auf die Gesundheit beider Elterntiere, und für eine seriöse Katzenzucht gilt dasselbe.

Wie lange die Trächtigkeit bei Hund und Katze dauert

Rund neun Wochen dauert die Vorfreude, denn eine Hündin trägt ihre Welpen etwa 61 bis 63 Tage, und bei einer Katze sind es mit 60 bis 65 Tagen ungefähr genauso viele. Kennst du nur den Tag der Verpaarung, kann die Geburt beim Hund zwischen 58 und 72 Tagen danach liegen, weil sich der Termin dann nur ungefähr bestimmen lässt. Sind seit einem bekannten Decktermin mehr als 70 Tage vergangen, lässt du die werdende Mutter in der Tierarztpraxis untersuchen.

Ob sich tatsächlich Nachwuchs angekündigt hat, zeigt dir deine Tierarztpraxis per Ultraschall, der zwischen dem 25. und 35. Tag besonders aussagekräftig ist. Vor dem 21. Tag bleibt eine Trächtigkeit dabei manchmal noch unentdeckt, und für Hündinnen gibt es zusätzlich einen Bluttest, der die Plazenten nach 22 bis 27 Tagen nachweist. Eine Röntgenaufnahme nach dem 55. Tag macht die kleinen Skelette sichtbar und eignet sich besonders gut, um die Jungen zu zählen. Mit dieser Zahl im Kopf weißt du am Tag der Geburt ganz entspannt, ob noch ein Welpe oder Kitten unterwegs ist.

Fütterung und Alltag der werdenden Mutter

Für deine Hündin hat sich von Beginn der Trächtigkeit an ein vollwertiges Futter für Welpen bewährt, also ein Alleinfuttermittel für das Wachstum, das sie und ihre Ungeborenen gleichermaßen gut versorgt. In den ersten zwei Dritteln bleibt die Menge etwa gleich, und erst im letzten Drittel erhöhst du sie um mindestens 20 bis 30 Prozent, je nach Wurfgröße und Figur deiner Hündin. Weil die wachsenden Welpen dann Magen und Blase wenig Platz lassen, tun ihr mehrere kleine Mahlzeiten und ein paar zusätzliche, gemütliche Gassirunden gut.

Deine trächtige Katze freut sich in der Regel über Kittenfutter, und in den letzten drei Wochen braucht sie etwa 25 Prozent mehr davon. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag oder ein stets gefüllter Napf kommen ihrem wachsenden Appetit entgegen. Zusätzliches Calcium oder Vitamine gibst du weder Hündin noch Katze ohne tierärztlichen Rat, denn neben einem vollwertigen Futter sind solche Zusätze selten nötig und können sogar schaden.

Viel Ruhe und wenig Stress tun der werdenden Mutter jetzt gut, und eine Hündin darf dabei ganz normal am Familienleben teilnehmen und alles tun, was ihr Freude macht. Deiner Katze gönnst du in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit dagegen etwas Abstand zu anderen Katzen, damit sie sich nicht mit Infekten der oberen Atemwege ansteckt. Welche Impfungen in dieser Zeit passen, bespricht deine Tierarztpraxis gern mit dir.

Wirkt deine Hündin von einem Tag auf den anderen matt und müde oder mag sie weder fressen noch spazieren gehen, lässt du sie am besten gleich tierärztlich untersuchen. Auch Ausfluss kann auf eine Störung hinweisen, und deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf ihre Liegeplätze nach rötlichen, bräunlichen oder grünlichen Spuren. Wird eine Störung oder beginnende Infektion früh erkannt, lässt sich die Trächtigkeit häufig noch retten.

Wurfplatz vorbereiten und Geburtsanzeichen erkennen

Einige Tage vor dem Termin richtest du der werdenden Mutter einen ruhigen, warmen Platz ein, an dem sie ungestört ist und sich in aller Ruhe einleben kann. Katzen bringen ihre Kitten gern an einem vertrauten, ungestörten Ort zur Welt, und deine Hündin lernt ihre Wurfkiste idealerweise schon einige Tage vorher kennen. Als Unterlage eignen sich mehrere kleine Handtücher, die sich während der Geburt leichter wechseln lassen als große Decken, sodass das Nest immer schön trocken bleibt.

Bei vielen Hündinnen zeigt sich das Nestbauverhalten schon fünf bis sieben Tage vor der Geburt, und die Zitzen können sich bereits einige Tage vorher mit Milch füllen. Ab dem 55. Trächtigkeitstag misst du zweimal täglich ihre Temperatur im After, denn etwa 24 Stunden vor der Geburt sinkt sie bei vielen Hündinnen um rund ein Grad und bleibt dann niedrig. Im Durchschnitt fällt sie dabei auf 37,1 Grad Celsius, oft schon 8 bis 24 Stunden vor der Geburt.

Rückt die Geburt näher, mag die Hündin nicht mehr fressen, verlässt ihre Wurfkiste kaum noch, hechelt viel und scharrt häufig im Nest. Deine Katze zieht sich zurück, wird unruhig, baut sich ein Nest und frisst nicht mehr. Manchmal zittert oder erbricht sie auch, und es kann klarer und wässriger Ausfluss auftreten, was in dieser ersten Phase ganz normal dazugehört. Bei Katzen dauert sie 12 bis 24 Stunden, in denen sich der Muttermund öffnet.

Unser Tipp

Leg dir ab dem 55. Trächtigkeitstag eine kleine Tabelle an und trag morgens und abends die Temperatur deiner Hündin mit Datum und Uhrzeit ein. So erkennst du den Abfall um etwa ein Grad auf einen Blick und weißt, dass es bald so weit ist. Falls die Geburt danach auf sich warten lässt, kannst du deiner Tierarztpraxis am Telefon gleich genaue Werte nennen.

Die Geburt bei Hund und Katze begleiten

Sobald die sichtbaren Presswehen einsetzen, sollte nach der Geburtshilfe der Veterinärmedizinischen Universität Wien innerhalb von 30 Minuten der erste Welpe geboren sein. Danach öffnet die Mutter selbst die Fruchtblase, durchbeißt die Nabelschnur und leckt ihr Junges liebevoll sauber, was dessen Kreislauf anregt und es bald zu den Zitzen krabbeln lässt. Deine kleine und wichtige Aufgabe dabei ist es, auf die Nachgeburt zu jedem Welpen zu achten und leise mitzuzählen.

Zwischen zwei Welpen vergehen höchstens zwei Stunden, und bei Katzen kommen die Kitten meist im Abstand von weniger als einer bis zwei Stunden. Ist die werdende Mutter zum ersten Mal an der Reihe und sehr aufgeregt, kann deine ruhige Nähe ihr helfen, die Geburt geschehen zu lassen. Ansonsten bleibst du gern im Hintergrund, damit sie sich in aller Ruhe um ihre Kleinen kümmern kann.

Fühlst du dich unsicher, ist ein Anruf in der Tierarztpraxis oder beim tierärztlichen Notdienst genau richtig, und die Nummer legst du dir dafür schon vor dem Termin neben das Telefon. Bei Rassen wie Bulldogge und Mops oder Perser und Siamkatze kommt eine schwierige Geburt deutlich häufiger vor, sodass sich dort eine besonders aufmerksame Begleitung empfiehlt. Diese Zeichen sind ein guter Anlass, gleich anzurufen:

  • Presswehen über 30 Minuten ohne ein Junges
  • Mehr als zwei Stunden bis zum nächsten Welpen oder Kitten
  • Keine Geburt 24 bis 36 Stunden nach dem Temperaturabfall
  • Dunkelgrüner oder schwärzlicher Ausfluss vor dem ersten Jungen
  • Starke Blutung aus der Scheide
  • Eine Geburt, die insgesamt länger als 24 Stunden dauert
  • Eine Mutter, die erschöpft oder krank wirkt

Steht eine Fahrt in die Praxis an, reisen die Kleinen gut geschützt in einer Transportbox oder einem Korb, aus dem sie nicht herausfallen können und in dem ihre Mutter sie sehen und berühren kann. Eine Wärmflasche unter nur einem Teil der Box hält sie warm, und bei zu viel Wärme können sie einfach zur Seite krabbeln. Zwischen Wärmflasche und Jungtieren legst du dabei immer ein Handtuch oder eine Decke, damit sich niemand verbrennt.

Die ersten Tage mit Mutter und Nachwuchs

Nach der Geburt entspannt sich die frischgebackene Mutter sichtlich, und bis dahin haben im Idealfall alle Jungen schon an ihrem Gesäuge getrunken. Ob ihre Milch für alle reicht, zeigt dir am einfachsten die Waage, denn nach den ersten 24 Stunden sollen die Welpen stetig zunehmen. Kitten wiegst du gleich nach dem Trocknen und danach in der ersten Woche zweimal täglich, wobei sie jeden Tag etwa zehn Prozent ihres Körpergewichts zulegen.

Viel Quengeln, lange Trinkzeiten und kurzer Schlaf der Welpen können auf zu wenig Milch oder eine Entzündung des Gesäuges hinweisen, und deshalb schaust du dir das Gesäuge der Mutter regelmäßig an. Hinter anhaltendem Pressen, Ausfluss, Fieber oder Mattigkeit deiner Katze nach der Geburt kann eine Entzündung der Gebärmutter stecken, während leichte Blutspuren noch einige Wochen normal sind. Bei Muskelzittern und Zuckungen, Verhaltensänderungen oder Krämpfen fehlt ihr womöglich Calcium im Blut, und dann ist deine Tierarztpraxis sofort gefragt.

Während der Säugezeit braucht eine Hündin je nach Wurfgröße das Zwei- bis Vierfache ihrer üblichen Futtermenge und eine Katze das Zwei- bis Dreifache, und ein frei verfügbarer Napf macht es ihr leicht. Mit einem vollwertigen Welpen- oder Kittenfutter sind weitere Zusätze auch jetzt selten nötig. Nach der Säugezeit entdecken die Welpen nach und nach festes Futter, und für eine gesunde Ernährung im ersten Jahr bekommen sie bis zum sechsten Monat dreimal täglich ihre Mahlzeit.

Mindestens acht Wochen bleiben Welpen und Kitten bei ihrer Mutter, bevor sie in ein neues Zuhause ziehen, und in dieser Zeit lassen sich Mikrochip und Registrierung gut mit einem der ersten Impftermine verbinden. Während der Aufzucht lernen die Kleinen viel von ihrer Mutter und ihren Geschwistern und sammeln erste schöne Begegnungen mit Menschen. Ob und wann eine Kastration der Mutter nach der Säugezeit sinnvoll ist, besprichst du am besten in Ruhe mit deiner Tierarztpraxis.

Checkliste: Trächtigkeit bei Hund und Katze begleiten

  • Trächtigkeit per Ultraschall bestätigen lassen
  • Im letzten Drittel mehr füttern
  • Zusätze nur nach tierärztlichem Rat geben
  • Wurfplatz einige Tage vorher einrichten
  • Ab dem 55. Tag zweimal täglich Temperatur messen
  • Notfallnummer und Transportbox bereithalten
  • Nachgeburten mitzählen
  • Jungtiere täglich wiegen
  • Gesäuge regelmäßig ansehen

Fazit

Eine Trächtigkeit dauert bei der Hündin etwa 61 bis 63 Tage und bei der Katze 60 bis 65 Tage, und ein Ultraschall zwischen dem 25. und 35. Tag bringt Gewissheit. Im letzten Drittel braucht die werdende Mutter mindestens 20 bis 30 Prozent mehr Futter, während zusätzliches Calcium oder Vitamine ohne tierärztlichen Rat nicht nötig sind. Einige Tage vor dem Termin richtest du ihr einen ruhigen Wurfplatz ein und misst bei der Hündin ab dem 55. Tag zweimal täglich die Temperatur.

Bei der Geburt kommt der erste Welpe in der Regel innerhalb von 30 Minuten nach Beginn der Presswehen, und zwischen zwei Jungen vergehen höchstens zwei Stunden. Längere Pausen, starke Wehen ohne Junges, dunkler Ausfluss oder eine erschöpfte Mutter sind ein guter Grund für einen Anruf in der Tierarztpraxis. In den ersten Tagen zeigt dir das tägliche Wiegen, ob alle Kleinen satt werden, und ein regelmäßiger Blick auf das Gesäuge hilft beim frühen Erkennen einer Entzündung.

Die Angaben geben den Stand vom 20. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind die Kapitel des MSD Veterinary Manual zur Fortpflanzung von Katzen, zur Geburt bei Hündin und Katze, zum Trächtigkeitsnachweis, zu Geburtsstörungen und zur Fütterung von Hund und Katze sowie das Faltblatt „Trächtigkeit und Geburt bei der Hündin“ der Klinischen Abteilung für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Der Beitrag ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und Beratung, und bei Unsicherheit während Trächtigkeit und Geburt ist deine Tierarztpraxis die richtige Ansprechpartnerin.

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Redaktion Early Paws

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