Zum Inhalt springen
Early Paws
Eine langhaarige Katze mit cremeweißem Fell, dunklen Abzeichen und blauen Augen hebt im Spiel die Pfote gegen eine getigerte Katze, beide auf einem hellen Teppich in einem sonnigen Wohnzimmer mit Sofa und Zimmerpflanze

Illustration: KI-generiert

Zucht

Katzenzucht: seriöse Zucht und gesunde Kitten erkennen

8 Min. Lesezeit

Teile deine Liebe

Eine Katze begleitet dich viele Jahre, und schon in den ersten Lebenswochen bei der Zucht entscheidet sich viel über ihre Gesundheit und ihr Wesen. Woran du eine verantwortungsvolle Katzenzucht erkennst, welche Merkmale auf Qualzucht hinweisen und worauf du beim Besuch und bei der Abgabe deines Kittens achten kannst.

Die Entscheidung für eine Katze aus einer Zucht fällt meist aus Liebe zu einer bestimmten Rasse, zu ihrem Aussehen oder zu ihrem Wesen. Damit aus dem kleinen Kitten eine gesunde und zufriedene Katze wird, lohnt sich ein genauer Blick auf die Zuchtstätte, denn die ersten Lebenswochen prägen dein Tier für sein ganzes Leben. Eine gute Orientierung bietet der Leitfaden zur verantwortungsbewussten Katzenzucht, den die EU-Plattform für Tierschutz empfohlen hat und den das Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlicht.

Was eine verantwortungsvolle Katzenzucht ausmacht

Eine verantwortungsvolle Katzenzucht hat das Ziel, gesunde Katzen mit einem freundlichen und ausgeglichenen Wesen hervorzubringen. Zur Zucht kommen deshalb nur Tiere, die ausgewachsen sind und von einer Tierärztin oder einem Tierarzt untersucht, geimpft und gegen Parasiten behandelt wurden. Eng verwandte Tiere wie Geschwister oder Mutter und Sohn verpaart eine gute Zucht nicht miteinander, weil die Kitten sonst anfälliger für Erbkrankheiten und Geburtsfehler sind.

Auch die Mutterkatze verdient Schonung, weshalb der Leitfaden höchstens einen Wurf im Jahr und nicht mehr als vier Würfe im ganzen Leben einer Kätzin empfiehlt. Deckkater kommen nach dem sechsten Lebensjahr nicht mehr zum Einsatz, und bei vielen Rassen gehören Gentests und klinische Untersuchungen der Elterntiere zur Vorbereitung jeder Verpaarung. Zuchtverbände wie der 1. DEKZV legen zusätzlich eigene Regeln fest und schließen etwa Katzen ohne sichtbare Tasthaare von der Zucht aus.

Seriöse Katzenzucht erkennen: woran du gute Züchterinnen und Züchter erkennst

Gute Züchterinnen und Züchter nehmen sich Zeit für dich, beantworten deine Fragen offen und möchten umgekehrt wissen, wie dein Kitten bei dir leben wird. Sie zeigen dir die Ergebnisse der Untersuchungen und Gentests beider Elterntiere und erzählen dir, wie die Kitten im Haus aufwachsen und den Alltag kennenlernen. Dass sie ihre Kitten nur an volljährige Menschen abgeben und dir vorab schriftliche Hinweise zur Haltung mitgeben, gehört nach dem Leitfaden ebenfalls dazu.

Vorsicht ist geboten, sobald Kitten über Dritte verkauft, an einem Treffpunkt übergeben oder anonym im Internet angeboten werden. Der Deutsche Tierschutzbund rät vom Kauf in einer Zoohandlung, auf einem Tiermarkt oder auf der Straße ab, und Kitten aus einem Verkauf über Dritte werden nach dem EU-Leitfaden häufiger zu früh von der Mutter getrennt und schlechter gehalten. Wie du eine seriöse Zucht bei Hunden erkennst, beschreibt unser Ratgeber zur Hundezucht, dessen Grundsätze sich auch auf Katzen übertragen lassen.

Qualzucht bei Katzen: Merkmale, die Leid verursachen

Von Qualzucht spricht man, wenn Tiere wegen eines gewünschten Aussehens mit Merkmalen gezüchtet werden, die ihnen Schmerzen oder Schäden bereiten. Bei Katzen nennt der Deutsche Tierschutzbund als Beispiele eine extrem kurze Nase, Kippohren und ein fehlendes Fell. Katzen mit einem sehr flachen Gesicht können nach dem EU-Leitfaden lebenslang unter Problemen an Gehirn, Augen und Atemwegen leiden und bekommen beim Atmen und Schlafen schlecht Luft.

Die gefalteten Ohren der Scottish Fold gehen nach Angaben der Berliner Landestierschutzbeauftragten mit einer Erkrankung von Knochen und Knorpeln einher, die Lahmheiten, einen steifen Gang und geschwollene Gelenke verursachen kann. Nacktkatzen fehlen häufig zusätzlich die Tasthaare, die eine Katze zur Orientierung und zur Verständigung mit anderen Katzen braucht. Am besten entscheidest du dich deshalb für eine Rasse ohne solche extremen Merkmale, auch wenn das Aussehen der betroffenen Katzen noch so niedlich wirkt.

Der Besuch in der Zuchtstätte und die Abgabe

Bei deinem Besuch lernst du am besten die Mutterkatze und ihre Kitten in ihrer gewohnten Umgebung kennen, denn so siehst du, unter welchen Bedingungen dein Kitten aufwächst. Die Kitten wirken im Idealfall neugierig und munter, haben klare Augen, saubere Ohren und ein glänzendes Fell und lassen sich gern anfassen. Achte auch darauf, ob die Räume der Katzen sauber sind und den Tieren genug Platz zum Spielen, Klettern und Zurückziehen bieten.

Ein Kitten darf frühestens mit acht Wochen von seiner Mutter getrennt werden, doch der EU-Leitfaden und der Deutsche Tierschutzbund empfehlen ein Abgabealter von etwa zwölf Wochen. Bis dahin sollte dein Kitten gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft sein, und die Impfungen stehen in einer tierärztlichen Bescheinigung oder im EU-Heimtierausweis. Zur Abgabe gehört außerdem ein in einem Haustierregister eingetragener Mikrochip, und wie du die Registrierung danach auf deinen Namen umschreibst, erklärt der Ratgeber zum Chippen und Registrieren.

Unser Tipp

Frag bei deinem Besuch ruhig nach, wie die Kitten den Alltag im Haus kennenlernen, etwa Besuch von fremden Menschen und das Geräusch des Staubsaugers oder andere Tiere im Haushalt. Zwischen der zweiten und neunten Lebenswoche lernen Kitten solche Erfahrungen besonders leicht, und ein Kitten mit vielen guten Erlebnissen in dieser Zeit fühlt sich später in deinem Zuhause meist schneller wohl.

Nach dem Einzug und ein Blick ins Tierheim

In den ersten Tagen hilft deinem Kitten ein ruhiges Zimmer mit Futter und Wasser, Katzenklo und Kratzbaum, von dem aus es sein neues Zuhause nach und nach erkunden kann. Wie du dein Kitten von Anfang an freundlich an den Kratzbaum statt an das Sofa gewöhnst, zeigt der Ratgeber Katze kratzt an Möbeln. Halte am besten auch nach dem Einzug Kontakt zur Zucht, denn dort kennt man dein Kitten seit seiner Geburt und kann dir bei Fragen zu Futter und Gewohnheiten weiterhelfen.

Neben einer Zucht ist auch das Tierheim eine schöne Möglichkeit, eine Katze bei dir aufzunehmen. Dort warten Kitten ebenso wie ältere Katzen auf ein neues Zuhause, und Katzen aus dem Tierheim sind nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in der Regel bereits kastriert. Das Team im Tierheim kennt seine Schützlinge gut und berät dich gern, welche Katze zu deinem Alltag und deiner Wohnung passt.

Checkliste für die Suche nach einer seriösen Katzenzucht

  • Mutterkatze und Kitten vor Ort kennenlernen
  • Ergebnisse von Gentests und Untersuchungen der Eltern ansehen
  • Abgabe mit etwa zwölf Wochen
  • Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche
  • Mikrochip und Eintrag im Haustierregister
  • Keine Merkmale wie flaches Gesicht, Kippohren oder fehlende Tasthaare
  • Kein Kauf über Dritte, Treffpunkte oder anonyme Anzeigen
  • Schriftliche Hinweise zur Haltung mitnehmen

Fazit

Eine seriöse Katzenzucht setzt nur gesunde, ausgewachsene und untersuchte Tiere ein, vermeidet Inzucht und schont die Mutterkatze mit höchstens einem Wurf im Jahr. Gute Züchterinnen und Züchter zeigen dir die Ergebnisse der Gentests und Untersuchungen, lassen dich Mutterkatze und Kitten vor Ort kennenlernen und geben ihre Kitten mit etwa zwölf Wochen geimpft und gechippt ab. Merkmale wie ein extrem flaches Gesicht, Kippohren oder fehlende Tasthaare deuten auf Qualzucht hin und verursachen den Tieren Leid.

Kitten aus einem Verkauf über Dritte, an Treffpunkten oder aus anonymen Anzeigen stammen häufig aus schlechter Aufzucht und wurden zu früh von der Mutter getrennt. Frühe gute Erfahrungen zwischen der zweiten und neunten Lebenswoche helfen deinem Kitten, sich später in deinem Zuhause wohlzufühlen. Auch im Tierheim warten Kitten und erwachsene Katzen, die meist schon kastriert sind, auf ein neues Zuhause.

Die Angaben geben den Stand vom 19. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind der Leitfaden zur verantwortungsbewussten Katzenzucht der EU-Plattform für Tierschutz, veröffentlicht vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, die Broschüre „Die Haltung von Katzen“ des Deutschen Tierschutzbundes sowie die Hinweise der Landestierschutzbeauftragten Berlin zur Qualzucht bei Katzen. Der Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.

Beitrag teilen

Redaktion Early Paws

Ähnliche Artikel