Zum Inhalt springen
Early Paws

Mit Herz und Verantwortung

Zucht

Gesunde Elterntiere, eine liebevolle Aufzucht und viel Zeit für die Jungtiere sind die Grundlage für ein langes und glückliches Tierleben.

Eine gute Zucht beginnt lange vor der Geburt mit der Frage, welche Elterntiere gesund und im Wesen ausgeglichen sind. Für Hunde und Katzen gelten dabei strenge Regeln, die vor Qualzucht und Inzucht schützen, und auch bei Kaninchen und Pferden steht die Gesundheit der Tiere an erster Stelle. Ob du selbst züchten möchtest oder ein Tier aus einer Zucht suchst, ein guter Überblick hilft dir bei jeder Entscheidung.

Für eine gewerbsmäßige Zucht von Hunden, Katzen oder anderen Wirbeltieren ist nach § 11 Tierschutzgesetz eine Erlaubnis der zuständigen Behörde nötig. Doch auch bei einem einzigen Wurf in der Familie trägst du Verantwortung für die Mutter und jedes Jungtier, von der Trächtigkeit bis zum Einzug in ein neues Zuhause. Eine gute Hundezucht erkennst du an gesunden Elterntieren, einer liebevollen Aufzucht mit Familienanschluss und offenen Antworten auf all deine Fragen. Nach der EU-Verordnung melden Zuchtbetriebe für Hunde und Katzen ihre Tätigkeit künftig außerdem bei den zuständigen Behörden, mit Angaben zu Standort, Rassen und der Zahl ihrer Würfe.

Verantwortungsvolle Zucht: Gesundheit vor Aussehen

Das Tierschutzgesetz verbietet in § 11b sogenannte Qualzuchten, bei denen zu erwarten ist, dass Nachkommen durch vererbte Merkmale Schmerzen, Leiden oder Schäden erfahren. Dazu zählen fehlende oder umgestaltete Körperteile ebenso wie erbliche Verhaltensstörungen oder Merkmale, die den artgemäßen Kontakt zu Artgenossen beeinträchtigen oder eine Haltung nur unter Schmerzen möglich machen. Ein Rassestandard beschreibt zwar das gewünschte Aussehen einer Rasse, doch eine verantwortungsvolle Zucht stellt Gesundheit und Wesen stets an die erste Stelle.

Für Hunde und Katzen schreibt die neue EU-Verordnung zudem vor, dass Zuchtbetriebe ab dem ersten Juli 2030 keine Tiere mit übermäßig ausgeprägten Körpermerkmalen mehr zur Zucht einsetzen. Bevor ein solches Tier für die Zucht ausgewählt wird, beurteilt eine Tierärztin oder ein Tierarzt, ob ein solches Merkmal vorliegt. Sobald die Verordnung ab 2028 in weiten Teilen gilt, sind außerdem Verpaarungen von Eltern mit ihren Nachkommen, von Geschwistern und Halbgeschwistern sowie von Großeltern mit ihren Enkeln verboten. Ausnahmen kann die zuständige Behörde nur für lokale Rassen mit einem kleinen Genpool genehmigen, und diese Regeln gelten auch für kleine Zuchten mit nur ein oder zwei Würfen im Jahr.

Ein anerkannter Zuchtverband begleitet seine Zuchtstätten mit Vorgaben zu Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und mit regelmäßigen Kontrollen, die in seiner Zuchtordnung festgehalten sind. Bei Pferden stellen die Zuchtverbände für eingetragene Fohlen außerdem auch den Equidenpass aus, den jedes Pferd nach den Regeln zu Anmeldung und Kennzeichnung braucht. Gentests und Untersuchungen der Eltern zeigen, ob bestimmte Erbkrankheiten in einer Linie vorkommen, sodass sich Verpaarungen gezielt so planen lassen, dass das Risiko für die Jungtiere sinkt.

Trächtigkeit und Geburt liebevoll begleiten

Die Tragzeit unterscheidet sich je nach Tierart deutlich und dauert bei Hündinnen etwa 62 bis 64 Tage und bei Katzen rund 65 Tage, bei Kaninchen nur 31 Tage und bei Stuten etwa elf Monate. Begleitet von deiner Tierarztpraxis erfährst du, wie es Mutter und Nachwuchs geht und worauf du bei Fütterung und Bewegung in dieser Zeit achten kannst. Am besten planst du auch die Versorgung rund um die Geburt mit der Praxis und speicherst dir die Nummer des tierärztlichen Notdienstes in deiner Nähe, damit du sie auch nachts oder am Wochenende gleich zur Hand hast.

Einige Tage vor der Geburt richtest du der werdenden Mutter einen ruhigen, warmen und geschützten Platz ein, an den sie sich in Ruhe gewöhnen kann. Bei den meisten Hündinnen sinkt die Körpertemperatur 8 bis 24 Stunden vor der Geburt, sodass regelmäßiges Messen dir einen guten Hinweis auf den nahenden Termin gibt. Wirkt die Mutter während der Geburt erschöpft oder kommen die Jungtiere nicht voran, empfiehlt sich ein sofortiger Anruf in deiner Tierarztpraxis.

Welpen und Jungtiere liebevoll aufziehen

In den ersten Lebenswochen bleiben die Jungtiere bei ihrer Mutter und lernen von ihr und ihren Geschwistern vieles, was sie später brauchen. Nach der EU-Verordnung geschieht das Absetzen bei Hunden und Katzen schrittweise mit festem Futter und ist nicht vor dem Ende der sechsten Lebenswoche abgeschlossen. Ein Welpe darf frühestens mit acht Wochen von seiner Mutter getrennt werden und zieht dann geimpft, entwurmt und gechippt in sein neues Zuhause.

Zwischen der dritten und der vierzehnten Lebenswoche nehmen Welpen neue Eindrücke besonders leicht auf, und sanfte Begegnungen mit Menschen, Tieren, Geräuschen und Orten bereiten sie auf ihr späteres Leben vor. Ideal ist, wenn diese sanften Begegnungen schon in der Zuchtstätte vor der achten Lebenswoche beginnen, weil danach eine Phase größerer Ängstlichkeit einsetzt. Die Tierschutz-Hundeverordnung sieht für Welpen bis zur zwanzigsten Lebenswoche mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson am Tag vor. Eine gute Zucht erleichtert so auch die liebevolle Erziehung mit Geduld und Belohnung, die deinen Welpen in seinem neuen Zuhause erwartet.

Auf einer blauen Decke im Wohnzimmer sitzen ein Beagle-Welpe, zwei Kätzchen und ein weißer Bullterrier-Welpe hinter zwei Kaninchen und zwei Meerschweinchen
Welpen, Kätzchen, Kaninchen und Meerschweinchen: Jedes Jungtier verdient einen gesunden und liebevollen Start ins Leben. Illustration: KI-generiert

Seriöse Zuchtstätten erkennen

Bei einem Besuch in der Zuchtstätte lernst du am besten die Mutter kennen, die einen gesunden und zufriedenen Eindruck machen sollte. Die Jungtiere wirken idealerweise munter und aufgeschlossen, und die Zuchtstätte ist sauber und bietet den Tieren Familienanschluss und ausreichend Auslauf. Seriöse Züchterinnen und Züchter beantworten deine Fragen offen, zeigen dir die Ergebnisse der Gesundheitsuntersuchungen und möchten auch dich gern kennenlernen.

Bei der Abgabe erhältst du für Hund oder Katze einen EU-Heimtierausweis mit Chipnummer und Impfungen, und bei Pferden gehört der Equidenpass zum Tier. Viele gute Zuchtstätten freuen sich, wenn du dich auch nach dem Einzug meldest, und stehen dir bei Fragen gern zur Seite. Eine ebenso wunderbare Wahl ist ein Tier aus dem Tierheim oder aus der Notfallvermittlung eines Zuchtverbands, wo das Team dir hilft, einen Begleiter zu finden, dessen Wesen und Bedürfnisse zu deinem Alltag passen.

Gesunde Zucht mit Herz

Eine verantwortungsvolle Zucht stellt Gesundheit und Wesen vor das Aussehen, und das Tierschutzgesetz verbietet Qualzuchten, die Nachkommen Schmerzen oder Leiden bringen. Für Hunde und Katzen untersagt die EU-Verordnung Inzucht unter nahen Verwandten und ab 2030 die Zucht mit übermäßig ausgeprägten Körpermerkmalen. Gesundheitsuntersuchungen der Eltern und die Begleitung durch einen Zuchtverband helfen, das Risiko für Erbkrankheiten bei den Jungtieren gezielt zu senken.

Trächtigkeit und Geburt begleitest du gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis, und Welpen bleiben mindestens acht Wochen bei ihrer Mutter und lernen in dieser Zeit viel über das Leben. Bei einer seriösen Zuchtstätte lernst du die Mutter kennen, erhältst Gesundheitsnachweise und Papiere und findest auch nach dem Einzug Rat. Ein Tier aus dem Tierheim oder aus einer Notfallvermittlung ist ebenso eine wunderbare Wahl für ein gemeinsames Leben voller Zuneigung.

Die Angaben geben den Stand vom 8. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind § 11 und § 11b des Tierschutzgesetzes, § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung, die Verordnung (EU) 2026/1818 über das Wohlergehen von Hunden und Katzen, das MSD und Merck Veterinary Manual zu Tragzeiten und Geburt sowie Hinweise der Purdue University zur Sozialisierung von Welpen. Die Seite ersetzt keine tierärztliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.

Alle Artikel zum Thema Zucht