Zum Inhalt springen
Early Paws

Mit Liebe umsorgt

Pflege

Fellpflege, Krallen kürzen und Zähne putzen tragen dazu bei, dass sich dein Tier rundum wohlfühlt, und schenken euch beiden eine vertraute gemeinsame Zeit.

Zur Pflege deines Lieblings gehören das Bürsten von Fell oder Gefieder ebenso wie gepflegte Krallen und Zähne und eine sanfte Kontrolle von Ohren und Augen. Was dein Tier dabei braucht, hängt von seiner Art ab und so unterscheidet sich die Pflege eines Kaninchens deutlich von der eines Hundes oder eines Pferdes. Mit Geduld und kleinen Belohnungen wird die Pflege für viele Tiere zu einer Zeit, die sie genießen und die euch einander näherbringt.

Das Tierschutzgesetz zählt die Pflege in § 2 ausdrücklich zu den Aufgaben jeder Tierhaltung, gleich neben einer artgerechten Ernährung und Unterbringung. Beim Bürsten und Streicheln spürst du außerdem früh, ob sich an Haut, Gewicht oder Verhalten etwas verändert, und so trägt die tägliche Pflege viel zur Gesundheit deines Tieres bei. Bewährt hat sich ein fester Platz für die Pflege im Tagesablauf, etwa nach dem Spaziergang oder am ruhigen Abend.

Fell und Haut liebevoll pflegen

Hunde und Katzen wechseln ihr Fell in einem jahreszeitlichen Rhythmus mit zwei Höhepunkten im Frühjahr und im Herbst. In dieser Zeit empfiehlt die Bundestierärztekammer, ein- bis zweimal täglich zu bürsten, weil das die losen Haare entfernt und zugleich die Durchblutung der Haut anregt. So wächst das neue Fell ohne Knoten und Verfilzungen nach und für lange Haare hat sich ein Metallkamm mit abgerundeten Zinken bewährt. Katzen verschlucken beim Putzen viele Haare, die später als Haarballen wieder hervorgewürgt werden, und jedes Bürsten verringert diese Menge.

Auch Kaninchen und Meerschweinchen brauchen regelmäßige Fellpflege, wobei langhaarige Kaninchen täglich und kurzhaarige etwa zweimal pro Woche gebürstet werden und langhaarige Meerschweinchen ebenfalls regelmäßig, damit ihr Fell nicht verfilzt. Pferde bürstest du am besten täglich, denn dabei entfernst du Schmutz und entdeckst zugleich Veränderungen an der Haut. Mit sanften Strichen in Wuchsrichtung und behutsamen Bewegungen an Bauch und Beinen bleibt das Bürsten für dein Tier angenehm.

Ein Golden Retriever liegt entspannt auf einer blauen Decke im Wohnzimmer und wird von einer Person mit einer Holzbürste gebürstet, daneben liegen Krallenschere, Zahnbürste und Kamm auf einem Handtuch
Ein Golden Retriever genießt die Fellpflege, daneben liegen Kamm, Krallenschere und Zahnbürste bereit. Illustration: KI-generiert

Einen Hund badest du etwa einmal im Monat oder wenn sein Fell sehr schmutzig ist, und dafür eignet sich ein Shampoo, das für Hunde gedacht ist. Meerschweinchen brauchen dagegen nur selten ein Bad, etwa wenn sie sich stark verschmutzt haben, und bei Pferden zählt das regelmäßige Bürsten mehr für Haut und Fell als das Waschen. Am besten spülst du das Shampoo gründlich aus und trocknest dein Tier danach gut ab, wobei die Ohren beim Baden möglichst trocken bleiben.

Krallen, Pfoten und Hufe pflegen

Hunde brauchen gekürzte Krallen, damit sie sich beim Spielen und Toben nicht verletzen, und das gilt auch für die Wolfskralle, die manche Hunde etwas oberhalb der Pfote haben. Beim Schneiden bleibt das sogenannte Leben unversehrt, ein Blutgefäß im Inneren der Kralle, das bei einer Verletzung blutet und schmerzt. Bei dunklen Krallen ist es schwer zu erkennen, deshalb kürzt du dort am besten nur wenig auf einmal oder lässt dir das Schneiden in deiner Tierarztpraxis zeigen.

Bei Meerschweinchen sind die Krallen alle paar Wochen an der Reihe und bei Vögeln können sie zu lang werden, wenn sie sich nicht von selbst abnutzen. Eine Sitzstange aus rauem Material hilft beim Abnutzen, sollte aber nur eine von mehreren Stangen sein, weil dauerhaftes Stehen darauf die Füße belastet. Vögel gewöhnen sich am besten schon jung an das Krallenschneiden, wenn du sie für jede Berührung an den Füßen belohnst.

Hundepfoten brauchen im Winter besondere Fürsorge, weil Streusalz und Kälte die Ballen rau und rissig machen können, und eine Pfotenpflege vor und nach dem Spaziergang hält sie geschmeidig. Bei Pferden gehört das tägliche Auskratzen und Kontrollieren der Hufe zur Pflege, während die Hufschmiedin oder der Hufschmied die Hufe etwa alle sechs Wochen bearbeitet. Kleine Steinchen oder Risse fallen dir dabei früh auf und lassen sich rechtzeitig mit der Tierarztpraxis besprechen.

Zahnpflege für gesunde Tierzähne

Bei Hunden und Katzen verringert das Zähneputzen täglich oder zumindest jeden zweiten Tag deutlich die Beläge, aus denen mit der Zeit entzündetes Zahnfleisch entstehen kann. Dafür eignen sich eine Zahnbürste und eine Zahnpasta für Tiere, denn Zahnpasta für Menschen kann Fluorid und Xylit enthalten, die für Tiere giftig sind. Ergänzend gehört eine regelmäßige Zahnreinigung in der Tierarztpraxis dazu, wie sie deine Tierärztin oder dein Tierarzt für dein Tier empfiehlt.

Am besten gewöhnst du dein Tier Schritt für Schritt an die Zahnbürste und lässt es zunächst nur etwas Zahnpasta von der Bürste schlecken. Klappt das entspannt, kommen nach und nach einige sanfte Bürstenstriche hinzu, und jedes ruhige Mitmachen belohnst du mit Lob oder einem Leckerli. So verbindet dein Tier das Zähneputzen mit etwas Schönem und lässt es mit der Zeit gelassen geschehen.

Kaninchen und Pferde haben Zähne, die ein Leben lang nachwachsen und sich beim Kauen abnutzen. Für Kaninchen gehört deshalb reichlich Heu zur täglichen Zahnpflege, denn langes Kauen nutzt die Zähne ab und senkt das Risiko für Zahnprobleme. Pferdezähne werden mindestens einmal im Jahr tierärztlich kontrolliert und bei älteren Pferden öfter, sodass sich scharfe Kanten rechtzeitig ausgleichen lassen.

Ohren und Augen sanft kontrollieren

Bei der Pflege schaust du am besten regelmäßig in die Ohren deines Tieres, denn Rötungen und Ausfluss ebenso wie häufiges Kopfschütteln oder ein unangenehmer Geruch können auf eine Entzündung hinweisen. Zeigen sich solche Veränderungen, empfiehlt sich ein baldiger Termin in deiner Tierarztpraxis, wo man die Ursache in Ruhe abklären und dir bei der weiteren Pflege mit Rat zur Seite stehen kann. Zum Reinigen nimmst du am besten echte Wattebäusche und einen Ohrreiniger nach Empfehlung deiner Tierarztpraxis, während du auf Wattestäbchen lieber verzichtest, weil sie Schmutz tiefer in den Gehörgang schieben können.

Die Augen kontrollierst du am besten gleich mit, denn Ausfluss aus Augen oder Nase gehört bei vielen Tieren zu den Anzeichen, die eine Rücksprache mit der Tierarztpraxis nahelegen. Damit sich Ohren, Augen und Pfoten entspannt anschauen lassen, hilft es, dein Tier schon jung an Berührungen zu gewöhnen und jede ruhige Reaktion zu belohnen. Kurze und regelmäßige Pflegeeinheiten sind dabei für die meisten Tiere angenehmer als eine lange Sitzung.

Mit Liebe gepflegt, Tag für Tag

Zur Pflege eines Tieres gehören das Bürsten von Fell oder Gefieder und gepflegte Krallen oder Hufe ebenso wie saubere Zähne und eine sanfte Kontrolle von Ohren und Augen. Im Fellwechsel braucht das Fell von Hund und Katze mehr Aufmerksamkeit, während bei Kaninchen vor allem reichlich Heu viel zur Pflege ihrer nachwachsenden Zähne beiträgt. Für Zähne und Ohren eignen sich Zahnpasta und Reiniger, die für Tiere gedacht sind, während Wattestäbchen Schmutz tiefer in den Gehörgang schieben können.

Kurze, regelmäßige Einheiten und kleine Belohnungen machen die Pflege für dein Tier angenehm, und dabei fallen dir Veränderungen an Haut, Krallen oder Zähnen früh auf. Bei sehr dunklen Krallen oder einem überwachsenen Schnabel zeigt dir deine Tierarztpraxis gern, worauf es ankommt. So bleibt die Pflege über alle Lebensjahre ein schöner Teil eures gemeinsamen Alltags.

Die Angaben geben den Stand vom 8. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind § 2 des Tierschutzgesetzes, eine Pressemeldung der Bundestierärztekammer zum Fellwechsel bei Hund und Katze, das MSD Veterinary Manual mit seinen Ratgebern zu Hunden, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Vögeln und Pferden sowie Hinweise der University of Illinois College of Veterinary Medicine zum Zähneputzen. Die Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.

Alle Artikel zum Thema Pflege