
Illustration: KI-generiert
Kaninchen und Meerschweinchen im Winter: warm und geschützt
Wenn es draußen kalt wird, wünschen sich Kaninchen und Meerschweinchen ein warmes und geschütztes Zuhause mit vertrauter Gesellschaft. Ein großzügiges Gehege mit weichen Liegeplätzen und Häuschen, reichlich Heu und deine tägliche Fürsorge lassen sie die kalte Jahreszeit entspannt genießen. Leben deine Lieblinge draußen, brauchen sie ein trockenes Schutzhaus mit viel Stroh.
Kaninchen und Meerschweinchen sind lebhafte und gesellige Tiere, die in der kalten Jahreszeit vor allem einen warmen Rückzugsort, Platz zum Bewegen und die Nähe ihrer Artgenossen brauchen. In der Wohnung lässt sich ihnen das mit einem gut eingerichteten Gehege leicht schenken, und ältere oder kranke Tiere verbringen den Winter ohnehin am besten drinnen. Mit ein paar liebevollen Handgriffen in der Pflege fühlen sich deine Lieblinge auch an grauen Wintertagen rundum wohl.
Ein gemütliches Gehege für Kaninchen und Meerschweinchen
Drinnen leben Kaninchen und Meerschweinchen am liebsten in einem eigenen sicher eingerichteten Zimmer oder in einem großen Gehege mit Freilauf, das mit Häuschen und Röhren sowie mehreren Ebenen zum Erkunden einlädt. Für zwei Kaninchen empfiehlt sich eine Fläche von mindestens sechs Quadratmetern, die für jedes weitere Tier um ein Fünftel wächst, damit jedes Tier mindestens drei Hoppelsprünge am Stück machen kann. Zwei bis vier Meerschweinchen fühlen sich auf mindestens zwei Quadratmetern wohl, und jedes weitere Tier bekommt einen halben Quadratmeter dazu. Ein Käfig eignet sich dabei allein als Rückzugsort, dessen Tür stets offen bleibt.
Ein rutschfester Boden mit verschiedenen weichen Untergründen schont die Pfoten, und bei Meerschweinchen sorgen Decken und Tücher für einen angenehm griffigen Untergrund. Als Einstreu eignen sich Hobelspäne oder Hanf, während Holzpellets und Hackschnitzel nur als untere Schicht in Frage kommen und Katzenstreu im Gehege fehl am Platz ist. Kaninchen freuen sich zudem über eine Ecke mit grabfähigem Material, in der sie nach Herzenslust scharren können, und über erhöhte Liegeflächen wie ein Häuschen mit flachem Dach.
Damit sich jedes Tier bei Bedarf zurückziehen kann, gehört für jedes Meerschweinchen mindestens eine eigene Schlafhöhle ins Gehege, und auch Kaninchen schätzen mehrere Verstecke. Hängematten nehmen Meerschweinchen ebenfalls gern an, und eine Heuraufe hängst du am besten außen an oder deckst sie ab, damit sich niemand darin verfängt. So entsteht ein Zuhause, in dem sich deine Lieblinge auch im Winter sicher und geborgen fühlen.
Gemeinsam ist es wärmer: Gesellschaft im Winter
Bei Kälte kuscheln sich Kaninchen eng an ihre Artgenossen und wärmen sich gegenseitig, weshalb sie mindestens zu zweit und am liebsten als Paar leben. Auch Meerschweinchen sind gesellige Tiere und fühlen sich mindestens zu zweit und noch besser in einer kleinen Gruppe wohl, in der sie sich mit vielen verschiedenen Lauten verständigen. Genug Bewegung hält beide zusätzlich warm, und dafür lohnt sich ein Freilauf in einem sicheren Zimmer, in dem Meerschweinchen sprinten und vor Freude kleine Luftsprünge machen, die man Popcornen nennt.
Kaninchen und Meerschweinchen leben am besten in getrennten Gruppen, denn ihr Verhalten unterscheidet sich stark und Kaninchen können Atemwegsinfekte auf Meerschweinchen übertragen. Möchtest du deiner Gruppe ein neues Tier zur Seite stellen, gelingt die Vergesellschaftung am besten behutsam und auf neutralem Boden, während du die Tiere aufmerksam begleitest. So findet sich eine Gemeinschaft, die sich an kalten Tagen gegenseitig wärmt.
Heu, Frischfutter und Wasser im Winter
Kaninchen und Meerschweinchen fressen über den ganzen Tag verteilt viele kleine Portionen, weshalb Heu als Grundfutter immer für sie bereitliegt. Den Speiseplan ergänzen frisches Grünfutter wie Gräser und Kräuter, etwas Gemüse und nur wenig Obst als kleine Leckerei. Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst bilden und bekommen es am besten über reichlich Frischfutter.
Frisches Wasser steht deinen Tieren jederzeit zur Verfügung, am liebsten in einer Schale, die du täglich gründlich mit einer Bürste reinigst. Umstellungen beim Futter gelingen am besten langsam, damit sich die Verdauung deiner Lieblinge in Ruhe anpassen kann. Das gilt auch für frische Kräuter oder ein neues Gemüse, das du im Winter in kleinen Mengen nach und nach einführst.
Liebevolle Pflege in der kalten Jahreszeit
Kot und Urin entfernst du am besten täglich und tauschst auch liegen gebliebenes Heu und Frischfutter jeden Tag gegen frisches aus. Bei der Fütterung kannst du deine Tiere zugleich in Ruhe anschauen und siehst so, ob alle munter fressen und sich gern bewegen. Frisst eines deiner Tiere nicht mehr, empfiehlt sich eine rasche Rücksprache mit deiner Tierarztpraxis, da eine Futterverweigerung bei Kaninchen und Meerschweinchen zu jeder Jahreszeit ein Notfall ist.
Einmal in der Woche schaust du dir am besten Gewicht, Schneidezähne, Krallen und Fell deiner Tiere genauer an, denn viele Krankheiten entwickeln sich schleichend und fallen so früh auf. Gegen schwere Kaninchenkrankheiten wie die Hämorrhagische Kaninchenseuche und die Myxomatose gibt es Impfungen, zu denen du dich am besten in deiner Tierarztpraxis beraten lässt. Fährst du über die Feiertage weg, übernimmt am besten jemand aus der Familie oder ein Tiersitter die tägliche Versorgung.

Unser Tipp
Wiege deine Kaninchen und Meerschweinchen einmal in der Woche auf einer Küchenwaage und notiere das Gewicht in einem kleinen Heft. Hebst du sie dafür hoch, stützt du mit einer Hand den Brustkorb und mit der anderen das Hinterteil und hältst sie nah am Körper. Verändert sich das Gewicht über die Wochen, besprichst du das am besten in deiner Tierarztpraxis, wo man dir gern mit Rat zur Seite steht.
Wenn deine Tiere draußen überwintern
Kaninchen und kurzhaarige Meerschweinchen können auch draußen überwintern, wenn sie früh im Jahr an das Leben im Freien gewöhnt wurden, wobei Meerschweinchen frühestens im Mai und spätestens Anfang September nach draußen ziehen. Kaninchen brauchen dort ein Schutzhaus mit dicken Holzwänden und reichlich Stroh, in dem alle Tiere ausgestreckt nebeneinander liegen können, und für Meerschweinchen ist es zusätzlich frostfrei und gut isoliert. Damit sich darin kein Kondenswasser bildet und kein Schimmel entsteht, tauschst du feuchtes Stroh am besten gleich gegen frisches aus. Das Wasser in der Schale kontrollierst du bei Frost mehrmals am Tag, und im Winter darfst du Kaninchen draußen zusätzlich etwas fettreicheres Futter anbieten.
Checkliste für den Winter
- Großes Gehege mit Freilauf
- Eigenes Häuschen für jedes Tier
- Weicher, rutschfester Boden
- Mindestens zu zweit
- Kaninchen und Meerschweinchen getrennt
- Heu immer griffbereit
- Frisches Wasser in der Schale
- Gewicht wöchentlich prüfen
Fazit
Im Winter wünschen sich Kaninchen und Meerschweinchen vor allem ein warmes Zuhause, Platz zum Bewegen und vertraute Gesellschaft, und ältere oder kranke Tiere verbringen die kalte Jahreszeit am besten drinnen. Ein großes Gehege mit mindestens sechs Quadratmetern für zwei Kaninchen oder zwei Quadratmetern für bis zu vier Meerschweinchen bietet mit weichem, rutschfestem Boden, passender Einstreu und einem Häuschen für jedes Tier ein gemütliches Winterquartier. Beide Arten leben mindestens zu zweit, aber getrennt voneinander, und wärmen sich beim Kuscheln gegenseitig.
Heu steht immer bereit, ergänzt um Grünfutter, etwas Gemüse und wenig Obst, und Meerschweinchen bekommen ihr Vitamin C über reichlich Frischfutter. Tägliche Pflege und ein wöchentlicher Gesundheitscheck mit der Waage lassen Veränderungen früh erkennen. Draußen überwintern Kaninchen und kurzhaarige Meerschweinchen in einem trockenen Schutzhaus mit reichlich Stroh, sofern sie früh im Jahr an das Leben im Freien gewöhnt wurden.
Die Angaben geben den Stand vom 2. November 2026 wieder. Grundlage sind die Merkblätter der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) zur Haltung von Kaninchen (Stand September 2019) und von Meerschweinchen (Stand Oktober 2020) sowie die Hinweise der Tierschutzombudsstelle Oberösterreich zur winterfesten Kaninchenhaltung (Oktober 2023) und zu Haustieren im Winter (November 2021).
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Redaktion Early Paws


