
Gesundheit
Für ein gesundes Tierleben
Regelmäßige Vorsorge, ein aufmerksamer Blick und kleine Gewohnheiten im Alltag tragen dazu bei, dass dein Tier in jeder Lebensphase gesund und munter bleibt.
Für die Gesundheit deines Lieblings wirken regelmäßige Vorsorge, deine liebevolle Aufmerksamkeit für kleine Veränderungen und ein Alltag zusammen, der zu seiner Art passt. Das gilt für Hund und Katze ebenso wie für Kaninchen und Meerschweinchen oder für Wellensittich und Pferd. Vieles davon begleitet euch beide von der ersten Untersuchung in der Tierarztpraxis bis ins hohe Alter.
Das Tierschutzgesetz nennt in § 2 die Grundlage jeder Tierhaltung: Ein Tier soll seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden. Für ein Kaninchen bedeutet das im Alltag etwas ganz anderes als für einen Hund oder ein Pferd und deshalb lohnt es sich, die Wünsche und Ansprüche deiner Tierart gut zu kennen. Schön ist es, wenn du dich schon vor dem Einzug über Futter, Platzbedarf und Pflege informierst und dein Wissen mit den gemeinsamen Jahren wachsen lässt. Zur Gesundheit gehört außerdem die regelmäßige Pflege von Fell, Krallen und Zähnen, die euch einander näherbringt und dir ganz nebenbei zeigt, wie es deinem Tier geht.
Im Mittelpunkt der Vorsorge steht eine Untersuchung in der Tierarztpraxis, die für Hunde und Katzen ebenso wie für Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögel einmal im Jahr empfohlen wird. Dabei wird dein Liebling gründlich und behutsam untersucht und gewogen, sodass sich Veränderungen von Jahr zu Jahr gut vergleichen lassen. Manche Erkrankungen lassen sich auf diese Weise entdecken, bevor dein Tier deutliche Beschwerden zeigt, und eine frühe Behandlung verläuft meist erfolgreicher. Am besten notierst du dir vorab deine Fragen und Beobachtungen, damit im Gespräch alles Platz hat, was dir am Herzen liegt.
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut sieht in ihrer Leitlinie für Hunde und Katzen sowie für Kaninchen und Frettchen eine jährliche Gesundheitsberatung mit Impfgespräch vor. Sie unterscheidet dabei Impfungen für jedes Tier zu jeder Zeit von Impfungen, die nur unter besonderen Lebensumständen nötig sind. Ob dein Tier gern andere Tiere trifft, euch auf Reisen begleitet oder am liebsten zu Hause bleibt, fließt deshalb in den Impfplan ein. Wiederholungsimpfungen sind regelmäßig, aber nicht zwangsläufig jedes Jahr nötig und deine Tierärztin oder dein Tierarzt findet gemeinsam mit dir den passenden Rhythmus.
Auch beim Schutz vor Würmern und anderen Parasiten kommt es darauf an, wie dein Tier lebt. Für Hunde und Katzen empfiehlt die Fachgesellschaft ESCCAP, das Risiko für jedes Tier einzeln zu bestimmen, wobei Tiere mit viel Auslauf oder Jagderfolg bei Mäusen häufiger behandelt werden als reine Wohnungstiere. Eine Kotuntersuchung kann Wurmeier nachweisen, ein unauffälliger Befund schließt einen Befall allerdings nicht sicher aus. Zur Vorsorge im weiteren Sinn zählt außerdem ein registrierter Mikrochip, mit dessen Hilfe ein entlaufenes Tier wieder zu dir zurückgebracht werden kann.
Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel zählen in der Natur zu den Beutetieren und verbergen Schwäche und Schmerzen deshalb oft so lange, bis sie schon recht krank sind. Umso schöner ist es, wenn du dein Tier mit all seinen Eigenheiten gut kennst, denn dann fallen dir auch leise Veränderungen bald auf. Bewährt hat sich, beim Füttern und Kuscheln nebenbei auf Appetit und Stimmung deines Tieres zu achten und beim Spielen darauf, wie leicht es sich bewegt.
Eine Rücksprache mit der Tierarztpraxis legen etwa ein veränderter Appetit oder Durst nahe, ebenso Gewichtsverlust und Durchfall oder Ausfluss aus Augen und Nase. Aufmerksam werden darfst du auch bei einer gekrümmten Haltung, einem ungewohnten Gang oder mühsamem Atmen und wenn dein Tier matt wirkt und mehr schläft als sonst. Vögel plustern sich bei Unwohlsein oft auf und verändern ihren Kot, während Kaninchen bei Schmerzen manchmal mit den Zähnen knirschen. Bemerkst du solche Veränderungen, empfiehlt sich ein Anruf in deiner Tierarztpraxis, wo man dir gern mit Rat zur Seite steht.
Kleine Heimtiere brauchen dann rasch Hilfe, weil sich ihr Zustand schnell verschlechtern kann, und bei Meerschweinchen ist eine frühe Behandlung oft entscheidend. Frisst ein Kaninchen nicht mehr oder setzt es länger als zwölf Stunden keinen Kot ab, ist eine zügige Vorstellung in der Praxis ratsam. Auch regelmäßiges Wiegen hilft dir, denn unter Fell und Federn bleibt ein Gewichtsverlust leicht verborgen. Am besten wiegst du kleine Tiere auf einer Küchenwaage und notierst die Werte mit Datum, sodass du und das Praxisteam Veränderungen früh erkennt.
Die passende Ernährung richtet sich nach der Tierart und an den Zähnen zeigt sich besonders deutlich, wie eng Futter und Gesundheit zusammenhängen. Bei Kaninchen wachsen alle Zähne ein Leben lang nach und werden beim Kauen von Heu abgenutzt, weshalb duftendes Heu jeden Tag reichlich in die Raufe gehört, während Pellets die Zähne weniger abnutzen. Für eine gesunde Ernährung für Hunde spielen wiederum Alter, Größe und Aktivität eine Rolle und so bringt jede Tierart am Napf ihre eigenen Vorlieben und Bedürfnisse mit.
Neben Ernährung und Pflege nennt das Tierschutzgesetz auch die artgemäße Bewegung als Teil eines guten Tierlebens. Wie viel Auslauf und welche Beschäftigung dein Tier braucht und genießt, unterscheidet sich von Art zu Art erheblich und deine Tierarztpraxis berät dich gern dazu. Kauholz und andere Dinge zum Nagen nutzen bei Kaninchen die Zähne ab und sorgen zugleich für Abwechslung im Gehege. Bei der täglichen Pflege schaust du am besten auch nach Zähnen und Krallen, denn Speicheln oder Schwellungen am Kiefer und ein mühsames Fressen können auf Zahnprobleme hinweisen.

Gut aufgehoben ist dein Tier in einem Zuhause, in dem giftige Pflanzen und Lebensmittel außer Reichweite stehen. Im Herbst kommen draußen Funde wie Kastanien und Eicheln hinzu, die für Hunde giftig sind und auf dem Spaziergang am besten unter den Bäumen liegen bleiben, während auf der Pferdeweide der Bergahorn einen aufmerksamen Blick verdient. Für alle Fälle hat es sich bewährt, die Telefonnummer deiner Tierarztpraxis und des tierärztlichen Notdienstes in deiner Nähe im Handy zu speichern, damit du sie im Ernstfall gleich zur Hand hast.
Zieht ein junges Tier bei dir ein, ist bald ein erster Kennenlerntermin in der Tierarztpraxis empfehlenswert, bei Vögeln am besten schon vor dem Umzug in ihr neues Zuhause. In der Jugend erhalten Hunde und Katzen sowie Kaninchen und Frettchen außerdem ihre Grundimmunisierung, die nach der Leitlinie der StIKo Vet die Voraussetzung für einen guten Impfschutz ist. Bewährt hat sich, den Impfausweis von Anfang an sorgfältig aufzubewahren und zu jedem Termin mitzubringen.
Im Erwachsenenalter bleibt die jährliche Untersuchung der vertraute feste Termin, an dem Impf- und Parasitenschutz ebenso wie Gewicht und Zähne gemeinsam besprochen werden. Ab wann ein Tier als älter gilt, hängt von Tierart und Rasse ab, und für Hunde beschreibt eine tierärztliche Leitlinie das letzte Viertel der zu erwartenden Lebenszeit als Seniorenalter. Für ältere Hunde und Katzen empfiehlt die American Animal Hospital Association eine Untersuchung mit Laborwerten ein- bis zweimal im Jahr, damit sich Veränderungen schon früh erkennen lassen.
Zu Hause erleichtern rutschfeste Läufer und Rampen ebenso wie erhöhte Näpfe und gut erreichbare Liegeplätze deinem älteren Tier den Alltag. Zeigt ein älteres Tier nächtliche Unruhe oder Orientierungslosigkeit, kann bei Hund und Katze eine Demenz dahinterstecken, die sich mit Geduld und festen Abläufen liebevoll begleiten lässt. Eine Konsultation in deiner Tierarztpraxis hilft dann, andere Ursachen abzuklären und gemeinsam einen Plan zu finden, der zu euch beiden passt.
Zur Gesundheit eines Tieres gehören die jährliche Untersuchung in der Tierarztpraxis und ein Impf- und Parasitenschutz nach seiner Lebensweise ebenso wie Ernährung, Pflege und Bewegung im Einklang mit seiner Art. Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel zeigen Krankheit oft erst spät. Bei allen Tieren geben Appetit und Gewicht ebenso wie Verhalten und Ausscheidungen frühe Hinweise, die sich mit regelmäßigem Wiegen und kurzen Notizen über die Zeit gut verfolgen lassen.
Im Lauf eines Tierlebens verändert sich die Vorsorge, von der Grundimmunisierung des Jungtieres über die jährliche Untersuchung des erwachsenen Tieres bis zu kürzeren Abständen und einem angepassten Zuhause im Alter. Bei unklaren Anzeichen ist deine Tierarztpraxis für dich da und bespricht mit dir, was deinem Tier guttut. Kleine Gewohnheiten wie das gemeinsame Pflegen und Beobachten tragen so zu vielen gesunden und glücklichen gemeinsamen Jahren bei.
Die Angaben geben den Stand vom 8. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind § 2 des Tierschutzgesetzes, die Leitlinie zur Impfung von Kleintieren der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut, die Impfempfehlungen der Kleintierklinik der LMU München, die Entwurmungsempfehlungen von ESCCAP Deutschland, das MSD Veterinary Manual sowie die Senior Care Guidelines der American Animal Hospital Association. Die Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.