
Ernährung
Gesund und gut genährt
Ein Futter, das zu deinem Tier passt, die richtige Menge und frisches Wasser tragen dazu bei, dass es gesund bleibt und jede Mahlzeit genießt.
Die Mahlzeiten im Napf oder in der Raufe prägen das Wohlbefinden deines Lieblings ebenso wie seine Gesundheit an jedem einzelnen Tag. Eine Katze braucht dabei ganz anderes Futter als ein Kaninchen, ein Wellensittich oder ein Pferd, und auch die passende Menge unterscheidet sich von Tier zu Tier. Mit artgerechtem Futter und frischem Wasser sowie kleinen Leckerlis in Maßen wird jede Mahlzeit zu einem Moment, den ihr beide genießen könnt.
Das Tierschutzgesetz nennt die angemessene Ernährung in § 2 an erster Stelle der Aufgaben, die mit der Haltung eines Tieres verbunden sind. Eine gute Ernährung trägt viel zur Gesundheit deines Tieres bei, weil sie Zähne, Verdauung und Gewicht im Gleichgewicht hält und jeder Lebensphase das gibt, was sie braucht. Am besten informierst du dich vor dem Einzug eines Tieres über seinen Speiseplan und besprichst Fragen zur Fütterung gern auch bei der ersten Untersuchung in der Tierarztpraxis.
Hunde brauchen Eiweiß und Fette, Kohlenhydrate sowie Vitamine und Mineralstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis, das sich vom Bedarf des Menschen deutlich unterscheidet. Eiweiß aus Fleisch, Fisch oder Ei liefert die Bausteine für Muskeln und Fell, während Fette Energie und lebenswichtige Fettsäuren beisteuern und gut gekochter Reis, Kartoffeln oder Haferflocken ebenso wie Gemüse die Verdauung unterstützen. Ob Fertigfutter, frisch Gekochtes oder Barf, eine gesunde Ernährung für Hunde richtet sich vor allem nach Alter, Größe und Aktivität, und ein selbst gekochtes Rezept lässt du am besten einmal tierärztlich berechnen. Welpen und Junghunde erhalten ein Futter für das Wachstum, während zusätzliches Kalzium oder Vitamin D gerade bei großen Rassen das Knochenwachstum stören kann.

Katzen sind echte Fleischfresser und brauchen hochwertige Fette und Eiweiße aus tierischen Quellen sowie bestimmte Aminosäuren wie Taurin, die Hundefutter und Speisen für Menschen nicht liefern. Für sie eignet sich deshalb ein Futter, das ausdrücklich für Katzen und ihre jeweilige Lebensphase gedacht ist, denn Katzen und Hunde haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse an ihre Nahrung. Kätzchen unter vier Monaten erhalten ihr Futter für Jungkatzen am besten drei- bis viermal am Tag.
Kaninchen und Meerschweinchen sind Pflanzenfresser, für die unbegrenzt gutes Heu die Grundlage jeder Mahlzeit bildet, ergänzt um frisches Blattgemüse und eine kleine Menge Pellets. Obst erhalten Kaninchen nur gelegentlich als kleine Köstlichkeit, weil ihre Verdauung auf viel Rohfaser angewiesen ist. Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst bilden und nehmen es deshalb täglich mit dem Futter auf, am besten über Paprika und Brokkoli, Grünkohl und Petersilie sowie spezielles Meerschweinchenfutter mit zugesetztem Vitamin C. Weil sich das Vitamin in Pellets durch Wärme und Licht oder Feuchtigkeit innerhalb weniger Monate abbaut, bewahrst du das Futter am besten kühl und trocken im Dunkeln auf.
Bei vielen Papageienarten machen Körner am besten nur einen kleinen Teil des Futters aus, weil sie viel Fett und wenig Nährstoffe liefern, und spezielle Pellets mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen sind für sie ausgewogener. Wellensittiche erhalten dagegen eine Saatenmischung als Grundlage, von der etwa zwei gestrichene Teelöffel pro Vogel und Tag reichen, und beide Futterformen ergänzt du täglich um frisches Grünfutter, Gemüse und Obst. Auch für Ratten und Mäuse bildet eine Körnermischung die Grundlage, die du mit frischem Gemüse und kleinen Mengen tierischem Eiweiß zu einem abwechslungsreichen Speiseplan ergänzt. Pferde brauchen freien Zugang zu Heu oder Weide mit Salz und frischem Wasser, denn dieses Raufutter bildet die Grundlage ihrer Ernährung und macht mindestens die Hälfte ihres Futters aus. Kraftfutter erhalten gesunde Pferde nur bei Bedarf und in kleinen Portionen, etwa bei viel Arbeit oder in Trächtigkeit und Säugezeit, weil viele Pferde mit gutem Raufutter allein gut versorgt sind.
Jede Futterpackung weist aus, ob sie ein Alleinfuttermittel für die gesamte tägliche Ration oder ein Ergänzungsfuttermittel als Beigabe enthält. Ebenso ist angegeben, für welche Tierart und häufig auch für welche Lebensphase das Futter bestimmt ist, und die Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts. Die Pflichtangaben sind dabei aussagekräftiger als Begriffe wie „Premium“ oder „ganzheitlich“, die rechtlich nicht festgelegt sind.
Selbst gekochte Rationen oder Barf gelingen am besten mit einem Plan, den du gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis oder einer tierärztlichen Ernährungsberatung erstellst. So enthält auch das frisch zubereitete Futter alle Vitamine und Mineralstoffe, die dein Tier in seiner Lebensphase braucht. Neue Futtersorten führst du am besten behutsam ein, indem du sie über einige Tage in wachsender Menge unter das gewohnte Futter mischst.
Die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist ein guter Ausgangspunkt für die Menge, die du je nach Alter, Aktivität und Figur deines Tieres behutsam anpasst. Bei einem gut genährten Hund oder einer gut genährten Katze lassen sich die Rippen unter einer dünnen Fettschicht leicht ertasten und von oben ist hinter den Rippen eine Taille zu sehen. Bei kleinen Tieren wie Meerschweinchen oder Wellensittichen hilft dir dabei eine Küchenwaage, mit der du das Gewicht regelmäßig festhältst.
Leckerlis machen nach der Empfehlung des Weltverbands der Kleintierärztinnen und Kleintierärzte WSAVA weniger als ein Zehntel der täglichen Kalorien aus und die Hauptmahlzeit fällt an solchen Tagen etwas kleiner aus. Ein Stück Gemüse ist dabei eine leichte Belohnung, während die ausgewogene Mahlzeit die Grundlage bleibt. Reichliches Futter führt mit der Zeit zu Übergewicht, weshalb erwachsene Katzen ihre Ration am besten in zwei Mahlzeiten erhalten statt aus ständig gefüllten Näpfen.
Jedem Tier sollte jederzeit frisches, sauberes Wasser zur Verfügung stehen, und bei Vögeln wie Wellensittichen erneuerst du es am besten täglich und reinigst die Näpfe mit heißem Wasser und Spülmittel. Für Katzen stellst du am besten mehrere Wassernäpfe auf, und Nassfutter oder ein Trinkbrunnen regen sie zusätzlich zum Trinken an. Kaninchen und Pferde brauchen ebenso zu jeder Jahreszeit frisches Wasser, und Pferde trinken bevorzugt Wasser, das weder zu kalt noch zu warm ist.
Einige Lebensmittel aus deiner Küche bewahrst du am besten außer Reichweite auf, weil sie Tieren schaden können. Dazu zählen Schokolade, Weintrauben und Rosinen ebenso wie Zwiebeln und Knoblauch sowie zuckerfreie Süßigkeiten mit Xylit, das bei Hunden den Blutzucker stark absinken lässt. Alle Teile der Avocado können vor allem Vögeln und Kaninchen ebenso wie Meerschweinchen und Pferden schaden und gehören deshalb nicht in ihr Futter. Draußen bleiben im Herbst Kastanien und Eicheln am besten unter den Bäumen liegen, und für Katzen sind Blumensträuße ohne Lilien die schönere Wahl.
Hat dein Tier dennoch etwas Giftiges gefressen, empfiehlt sich umgehend ein Anruf in deiner Tierarztpraxis oder beim tierärztlichen Notdienst. Hilfreich sind dabei Angaben dazu, was dein Tier in welcher Menge und zu welcher Zeit aufgenommen hat. Ein Rest der Verpackung oder des Lebensmittels erleichtert dem Praxisteam zusätzlich die Einschätzung, wie viel des giftigen Stoffes ungefähr in den Körper gelangt sein könnte.
Eine artgerechte Ernährung richtet sich nach der Tierart und reicht von Fleisch mit Taurin für Katzen über reichlich Heu für Kaninchen, Meerschweinchen und Pferde bis zu Saaten oder Pellets mit frischem Gemüse für Vögel. Meerschweinchen nehmen Vitamin C täglich mit dem Futter auf, und auf der Packung zeigt die Angabe Alleinfuttermittel, dass ein Futter allein für die tägliche Ration ausreicht. Die Fütterungsempfehlung, die Figur deines Tieres und Leckerlis unter einem Zehntel der Kalorien helfen dir, die passende Menge zu finden.
Frisches Wasser ist für jedes Tier zu jeder Zeit selbstverständlich, während Schokolade und Trauben ebenso wie Zwiebeln, Xylit und Avocado außer Reichweite bleiben. Bei Fragen zu einem selbst gekochten Speiseplan oder nach einem unglücklichen Zwischenfall ist deine Tierarztpraxis für dich da. So trägt jede Mahlzeit ein Stück zum Wohlbefinden deines Lieblings bei.
Die Angaben geben den Stand vom 8. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind § 2 des Tierschutzgesetzes, die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, die Empfehlungen des Global Nutrition Committee der World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) zu Leckerlis sowie das MSD Veterinary Manual mit seinen Ratgebern zu Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Vögeln und Pferden und zu Lebensmitteln, die Tieren schaden können. Die Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.