
Illustration: KI-generiert
Katzen im Herbst und Winter: Fellwechsel, Wärme, Sicherheit
Wenn die Tage kürzer werden und morgens Nebel über den Gärten liegt, verändert sich auch der Alltag deiner Katze. Ihr Fell stellt sich auf die Kälte ein, Freigänger suchen öfter einen warmen Platz, und drinnen wird gemeinsames Spiel wichtiger. Mit ein paar liebevollen Gewohnheiten kommt deine Katze entspannt und gesund durch die kalte Jahreszeit.
Katzen lieben die Wärme und suchen sich in der kalten Jahreszeit gern einen gemütlichen Platz nahe der Heizung oder am sonnigen Fenster. Ihr dichtes Fell schützt sie auch bei Frost recht gut, doch ihre Kälteempfindlichkeit hängt von Alter, Rasse und Gesundheit ab. Mit liebevoller Pflege und einem warmen Rückzugsort unterstützt du deine Katze dabei, besonders wenn sie schon älter ist oder gesundheitlich angeschlagen.
Fellwechsel bei Katzen: Bürsten im Herbst
Im Herbst wechselt deine Katze ihr Fell, und unter dem leichteren Sommerkleid wächst eine dichte Unterwolle nach, die sie durch die kalten Monate wärmt. In dieser Zeit verliert sie besonders viele Haare, und ein- bis zweimal tägliches Bürsten entfernt die losen Haare und regt zugleich die Durchblutung der Haut an. Bei langhaarigen Katzen beugt das Bürsten außerdem Knoten vor, sodass das Winterfell glatt und geschmeidig nachwachsen kann.
Viele Katzen genießen das Bürsten als kleine Kuschelzeit, wenn du mit sanften Strichen in Wuchsrichtung beginnst und empfindliche Stellen wie den Bauch behutsam behandelst. Kurze und regelmäßige Bürsteinheiten sind dabei angenehmer als eine lange Sitzung, und mit einem Leckerli zum Abschluss verbindet deine Katze das Ritual bald mit etwas Schönem. Auch das Futter trägt zu einem gesunden Fell bei, denn ein Mangel an ungesättigten Fettsäuren, Spurenelementen oder bestimmten Vitaminen kann den Haarverlust verstärken.
Haarballen bei Katzen: Katzengras als Helfer
Beim gründlichen Putzen verschluckt deine Katze viele Haare, die sich im Magen zu kleinen Knäueln verbinden und später als Haarballen wieder hervorgewürgt werden. Katzengras hilft ihr beim Loswerden dieser Haare, und gerade Wohnungskatzen freuen sich über einen Topf auf der Fensterbank zum Knabbern nach Lust und Laune. Jede Bürsteinheit verringert zudem die Menge an Haaren, die deine Katze beim täglichen Putzen aufnimmt und die sonst in ihrem Magen zu einem weiteren Knäuel werden würden. Würgt sie häufig ohne Erfolg oder frisst sie auffällig wenig, empfiehlt sich ein Besuch bei deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
Freigänger im Winter: Wärme und Unterschlupf
Katzen mit Freigang entscheiden im Winter gern selbst, wann sie hinausgehen und wann sie lieber zurück ins Warme wollen. Schön ist es deshalb, wenn deine Katze jederzeit nach Hause kommen kann, etwa durch eine Katzenklappe mit Zugang auch nachts und während deiner Abwesenheit. Gibt es keine Klappe, bietet eine isolierte Katzenhütte an einem geschützten Platz im Garten einen trockenen Rückzugsort, an dem sie sich vor Wind und Kälte schützen kann.
Ob deiner Katze kalt ist, zeigt sie dir oft recht deutlich, etwa durch Zittern oder indem sie sich auffällig eng an deine Beine schmiegt. Ältere und kranke Katzen frieren schneller, und für sie ist es angenehm, an kalten Tagen kürzer draußen zu bleiben und drinnen einen warmen Schlafplatz abseits von Zugluft vorzufinden. Bleibt deine Katze an langen Winterabenden einmal länger fort als gewohnt, hilft ihr ein Mikrochip mit aktuellem Registereintrag bei der Rückkehr zu dir, wie der Beitrag zum Chippen von Hund und Katze erklärt.
Damit Ohrspitzen, Pfoten und Schwanzspitze an nasskalten Tagen warm bleiben, tut deiner Katze nach dem Heimkommen ein weiches Handtuch und ein warmer Platz gut, bis ihr Fell wieder trocken ist. An sehr nassen und windigen Tagen darf der Ausflug gern kürzer ausfallen, und drinnen wartet dann schon ein gemütliches Plätzchen auf sie. Zeigen sich bei anhaltender Kälte blasse, gerötete oder geschwollene Stellen an Ohren oder Pfoten, die auf Erfrierungen hindeuten können, empfiehlt sich eine Rücksprache mit deiner Tierarztpraxis.
Wohnungskatzen in der dunklen Jahreszeit
In der dunklen Jahreszeit spielt sich das Leben vieler Katzen vor allem drinnen ab, und gemeinsames Spiel bringt dann Bewegung und Abwechslung in ihren Tag. Federangeln, Bälle oder ein Karton mit versteckten Leckerlis wecken den Jagdtrieb, und kurze Spielrunden über den Tag verteilt halten deine Katze geistig und körperlich in Schwung. Ein Kratzbaum am Fenster wird gern zum Lieblingsplatz, von dem aus deine Katze das Treiben im Garten beobachten kann.
Bewegt sich deine Katze im Winter weniger, lohnt sich eine behutsam an ihre Aktivität angepasste Futtermenge, damit sie über die kalten Monate ihre Figur behält. Frisches Wasser an mehreren Stellen in der Wohnung und auch in der Nähe ihres Lieblingsplatzes lädt deine Katze über den ganzen Tag verteilt zum Trinken ein. Eine Decke im Körbchen oder ein Platz auf der sonnigen Fensterbank schenkt ihr dabei einen warmen Rückzugsort für ihre ausgiebigen Schläfchen.

Unser Tipp
Mach das Bürsten im Herbst zu eurem gemeinsamen Ritual, etwa abends auf dem Sofa, wenn deine Katze ruhig und entspannt ist. Mit sanften Strichen und einer kleinen Belohnung zum Schluss freut sie sich bald auf diese Minuten, und du entdeckst nebenbei Knoten oder kleine Verletzungen früh. So wird aus der Fellpflege eine Kuschelzeit, die euch beiden guttut.
So bleibt deine Katze im Winter sicher: Frostschutzmittel, Streusalz und Blumen
Rund um Garage und Auto sorgst du mit ein paar Gewohnheiten dafür, dass deine Katze unbeschwert ihre Runden drehen kann. Das in Frostschutzmitteln enthaltene Ethylenglykol schmeckt süßlich und ist für Katzen besonders heikel, deshalb ist ein Kanister an einem Platz außerhalb ihrer Reichweite gut aufgehoben, und verschüttete Tropfen wischst du am besten gleich auf. Sollte deine Katze doch einmal davon geleckt haben, empfiehlt sich ein sofortiger Anruf in deiner Tierarztpraxis oder beim Notdienst, denn ein Gegenmittel wirkt in den ersten Stunden besonders gut.
Nach einem Ausflug über gestreute Gehwege freut sich deine Freigängerin über ein feuchtes Tuch für die Pfoten, damit beim gründlichen Putzen keine Salzreste in ihren Mund gelangen. Vor der eigenen Haustür sind salzfreie Streumittel eine freundliche Wahl für alle Tiere der Nachbarschaft. Wie du empfindliche Ballen pflegst, beschreibt der Beitrag zur Pfotenpflege im Herbst und Winter, der für Hunde geschrieben ist und dir auch für Katzen Anregungen gibt.
Für herbstliche Sträuße und winterliche Gestecke gibt es viele Blumen, mit denen du dein Zuhause schmücken kannst, während Lilien besser im Blumenladen bleiben, weil schon ein angeknabbertes Blatt, Blütenstaub im Fell oder Wasser aus der Vase die Nieren deiner Katze belasten kann. Hat sie doch einmal an einer Lilie geknabbert, empfiehlt sich ein Anruf in deiner Tierarztpraxis auch bei munterem Befinden, weil sich Beschwerden oft erst nach einigen Stunden zeigen. Ein Topf Katzengras auf der Fensterbank ist dagegen eine Pflanze, an der deine Katze nach Herzenslust knabbern darf.
Checkliste für Katzen im Herbst und Winter
- Im Fellwechsel täglich bürsten
- Katzengras bereitstellen
- Warmen Unterschlupf ermöglichen
- Nasses Fell trocknen
- Pfoten nach Ausflügen abwischen
- Täglich gemeinsam spielen
- Frostschutzmittel sicher verwahren
- Sträuße ohne Lilien wählen
Fazit
Im Herbst wechselt deine Katze ihr Fell, und regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare und beugt Knoten sowie Haarballen vor, bei denen Katzengras zusätzlich hilft. Freigänger kommen gut durch den Winter, wenn sie jederzeit ins Warme zurückkehren können oder draußen eine isolierte Hütte vorfinden. Ältere und kranke Katzen frieren schneller und freuen sich über kürzere Ausflüge und einen warmen Schlafplatz.
Drinnen bringen gemeinsame Spielrunden Bewegung und Freude in die dunklen Tage, und eine angepasste Futtermenge hilft deiner Katze, ihre Figur zu halten. Mit sicher verwahrtem Frostschutzmittel, abgewischten Pfoten und Sträußen ohne Lilien bleibt dein Zuhause ein geborgener Ort für sie. Sollte doch einmal etwas sein, empfiehlt sich eine rasche Rücksprache mit deiner Tierarztpraxis.
Die Angaben geben den Stand vom 7. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind Hinweise des Deutschen Tierschutzbundes zum Schutz von Haustieren bei Kälte, der Bundestierärztekammer zum Fellwechsel sowie die Datenbank CliniTox des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich zu Lilien und Ethylenglykol. Der Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.
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Redaktion Early Paws


