
Illustration: KI-generiert
Tierpension oder Tiersitter: die passende Betreuung finden
Ob Urlaub, Dienstreise oder ein unerwarteter Krankenhausaufenthalt, manchmal braucht dein Tier für ein paar Tage eine liebevolle Betreuung ohne dich. Mit etwas Vorlauf findest du die Lösung, die zu seinem Wesen passt, sei es ein vertrauter Mensch im eigenen Zuhause oder eine gute Tierpension.
Eine gut gewählte Betreuung schenkt dir unterwegs ein ruhiges Gefühl und deinem Tier eine entspannte Zeit, bis ihr euch wiederseht. Ob dabei eine Tierpension oder eine Betreuung zu Hause besser passt, hängt von der Tierart, der Persönlichkeit deines Lieblings und der Qualität der Betreuung ab. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage, wo sich dein Tier in dieser Zeit wohlfühlt.
Für die Ferienzeit lohnt sich eine frühe Planung, denn Tierpensionen ebenso wie Tiersitterinnen und Tiersitter sind dann sehr gefragt. Steht dir keine vertraute Person zur Verfügung, empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund, im Idealfall schon mehrere Monate vorher nach einer geeigneten Pension zu suchen. Auch für die Weihnachtsferien und den Jahreswechsel bleibt dir mit diesem Vorlauf genug Zeit, verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen.
Tierpension oder Tiersitter: was zu deinem Tier passt
Hunde leben in festen sozialen Bindungen und vermissen ihre Menschen sehr, wenn sie zwischen verschiedenen Bezugspersonen und Orten wechseln müssen. Ideal ist für sie deshalb ein vertrauter Mensch, der sie bei euch zu Hause oder bei sich betreut und auch bei einem plötzlichen Krankenhausaufenthalt einspringen kann. Passt das einmal nicht, kann eine gute Hundepension eine schöne Alternative sein, und ob vorher ein Probeaufenthalt sinnvoll ist, entscheidest du am besten für deinen Hund ganz persönlich.
Katzen sind dagegen sehr ortsgebunden und fühlen sich in ihrer vertrauten Umgebung besonders wohl. Für sie eignet sich ein lieber Mensch aus der Nachbarschaft oder eine professionelle Katzenbetreuung mit täglichen Besuchen bei dir zu Hause zum Füttern, Spielen und Reinigen des Katzenklos. So bleiben Lieblingsplatz, Kratzbaum und Fensterbank deiner Katze genau dort, wo sie sie kennt.
Auch Kaninchen, Meerschweinchen und andere kleine Heimtiere sowie Ziervögel bleiben am besten zu Hause in ihrem gewohnten Gehege, denn ein Umzug in eine fremde Umgebung bedeutet für sie viel Stress. Reptilien versorgt idealerweise ein Mensch mit Erfahrung in der Pflege ihrer Art in ihrem eigenen Terrarium, das sich wegen Bodengrund und Wasserbecken ohnehin kaum transportieren lässt. Für diese Tiere ist eine erfahrene Betreuung zu Hause deshalb die schonende Wahl.
Die passende Tierpension finden
Gute Empfehlungen bekommst du oft in deiner Tierarztpraxis, beim örtlichen Tierschutzverein oder im Bekanntenkreis, denn die Erfahrungen anderer Tierfreundinnen und Tierfreunde helfen dir bei der Wahl. Für den gewerblichen Betrieb einer Hunde- oder Katzenpension ist eine Erlaubnis nötig, die in der Regel das Veterinäramt nach einer Prüfung der Fachkenntnisse der verantwortlichen Person und der Eignung der Räume erteilt. Nach diesem Nachweis darfst du ruhig fragen, denn er gehört zu den wichtigen Punkten bei der Wahl einer Pension.
Vor der Übergabe schaust du dir die Pension in Ruhe selbst an, und zwar gerade die Räume, in denen die Tiere während ihres Aufenthalts leben. Darf dieser Bereich nicht besichtigt werden, ist das kein gutes Zeichen. Achte auch auf die Zahl der Betreuerinnen und Betreuer, denn eine Vollzeitkraft kann aus Sicht des Tierschutzes höchstens für zehn Hunde oder 15 Katzen verantwortlich sein.
Darauf achtest du beim Besuch der Tierpension
Saubere Zimmer und Gehege sowie gepflegte Schlafplätze und gut sichtbare Reinigungs- und Desinfektionspläne zeigen dir, dass die Pension Hygiene ernst nimmt und Ansteckungen unter ihren Gästen vorbeugt. Eine gute Pension nimmt nur geimpfte Hunde, Katzen, Kaninchen und Frettchen auf und fragt nach dem Impfausweis, und eine Behandlung gegen Parasiten kurz vor der Aufnahme ist ebenfalls sinnvoll. Für Katzen empfiehlt sich vorab ein tierärztlicher Test auf die Virusinfektionen FIV und FeLV, dessen Ergebnis du der Pensionsleitung zur Vermeidung von Ansteckungen unter den Katzen mitteilst.
Für Hunde ist es schön, wenn sie nicht den ganzen Tag in Einzelzimmern verbringen, sondern freien Zugang zu einem Auslauf haben. Ein gemeinsamer Auslauf mit verträglichen Hunden ist ideal, und nach Spaziergängen in Wald und Feld fragst du gleich mit. Eine Katzenpension bietet ausreichend Verstecke, erhöhte Liegeplätze mit freier Sicht nach draußen sowie Möglichkeiten zum Klettern und Kratzen, und Katzenklo, Futter und Wasser stehen nicht direkt nebeneinander.
Kleine Heimtiere ziehen idealerweise mit ihrem eigenen Gehege und ihren gewohnten Partnertieren um und werden nicht mit fremden Tieren zusammengesetzt. Beutetiere und Beutegreifer wie Katze und Vogel oder Hund und Katze sind dabei räumlich vollständig getrennt untergebracht. Eine gute Pension erkundigt sich außerdem nach den Eigenheiten deines Tieres, etwa nach seinem Verhalten gegenüber Artgenossen, seinen Fütterungszeiten und den Dingen, die ihm Angst machen.

Unser Tipp
Stell für die Betreuung eine kleine Mappe zusammen mit Futter und Fütterungszeiten, Impfausweis, Medikamentenplan und Vorerkrankungen sowie der Nummer deiner Tierarztpraxis. Leg auch einen Zettel mit den Eigenheiten deines Tieres dazu, etwa wie es sich gegenüber anderen Tieren verhält, womit es gern spielt und was ihm Angst macht. So hat die Betreuung alles griffbereit und kann im Notfall die Unterlagen gleich mit in die Praxis nehmen.
Betreuung zu Hause durch Tiersitter
Ideal für die Betreuung zu Hause sind vertraute Menschen wie Familienmitglieder, Nachbarinnen und Nachbarn oder gute Freundinnen und Freunde. Diese Menschen wissen, was dein Liebling mag und braucht, und dein Tier fühlt sich bei ihnen schnell geborgen. Kennt dein Tier die Betreuungsperson noch nicht, trefft ihr euch idealerweise vorher ein- oder zweimal gemeinsam, damit sie ihm vertraut wird und Futter, Spaziergang und Streicheleinheiten vom ersten Tag an gewohnt ablaufen.
Professionelle Tiersitterinnen und Tiersitter besuchen deine Katze oder deine Kleintiere täglich zu Hause und eignen sich gut für Tiere, die an ihrem Zuhause hängen. Braucht dein Tier Medikamente, sprichst du vorher in Ruhe ab, ob die Betreuung sie sicher geben kann, denn das Messen des Blutzuckers und das Spritzen von Insulin bei einer Katze mit Diabetes erfordern zum Beispiel Erfahrung. Grundkenntnisse in Erster Hilfe gehören für alle Menschen dazu, die dein Tier betreuen.
Kümmert sich jemand über mehrere Wochen um deinen Hund, kann diese Person als Tierhüterin oder Tierhüter haften, was ihre Privathaftpflicht in der Regel abdeckt. In deiner Hundehaftpflicht sind Schäden während der Betreuung durch andere ebenfalls mitversichert, wenn Hüterinnen und Hüter im Vertrag eingeschlossen sind. Eine gute Tierpension fragt außerdem nach dem Nachweis der Haftpflichtversicherung deines Hundes.
Gut vorbereitet in die Ferien
Um Verdauungsprobleme zu vermeiden, bekommt dein Tier in der Betreuung sein gewohntes Futter und bei Erkrankungen auch sein Diätfutter. Für Hunde gelten dabei dieselben Grundsätze wie für eine gesunde Ernährung zu Hause, und bei kleinen Heimtieren kann eine plötzliche Futterumstellung sogar gefährlich werden. Für Ratten und Mäuse ebenso wie für Wellensittiche gibst du deshalb am besten ihr vertrautes Futter in ausreichender Menge mit.
Einen schriftlichen Betreuungsvertrag mit einer Pension liest du in Ruhe durch, denn manche Verträge regeln, was geschieht, wenn ein Tier nicht innerhalb einer bestimmten Frist abgeholt wird. Kannst du dein Tier einmal nicht zur vereinbarten Zeit holen, meldest du dich deshalb gleich bei der Pension und triffst eine neue Absprache. Hinterlege dort außerdem deine Kontaktdaten und deine Urlaubsadresse, damit man dich im Notfall erreicht.
Mit einem Mikrochip und einem aktuellen Eintrag im Haustierregister findet dein Tier auch dann schnell zu dir zurück, wenn es in der ungewohnten Umgebung einmal entwischt. Begleitet dich dein Hund in ein anderes Land der EU, braucht er außerdem eine gültige Tollwutimpfung und den EU-Heimtierausweis. Für Ziele mit großer Hitze, einem Flug oder sehr langen Fahrten ist eine liebevolle Betreuung zu Hause für deinen Hund oft entspannter als die gemeinsame Reise.
Checkliste: Tierpension oder Tiersitter
- Betreuung frühzeitig planen
- Katzen, Kleintiere und Vögel möglichst zu Hause lassen
- Empfehlungen bei Tierarztpraxis und Tierschutzverein erfragen
- Pension vorher besichtigen
- Nach der Erlaubnis des Veterinäramts fragen
- Impfungen und Parasitenschutz auffrischen
- Gewohntes Futter mitgeben
- Mappe mit Medikamenten und Tierarztnummer packen
- Vertrag lesen und Urlaubsadresse hinterlassen
Fazit
Hunde fühlen sich bei einem vertrauten Menschen zu Hause oder bei dieser Person besonders wohl, während Katzen, kleine Heimtiere, Ziervögel und Reptilien ihre gewohnte Umgebung möglichst behalten. Eine gute Tierpension hat die Erlaubnis des Veterinäramts, lässt sich vorab besichtigen, achtet auf Sauberkeit und Impfschutz und kümmert sich mit genügend Personal um ihre Gäste. Für Hunde gehört ein Auslauf dazu, für Katzen eine Unterkunft mit Verstecken und erhöhten Plätzen.
Mit gewohntem Futter, einer Mappe für Medikamente und Notfälle und deinen Kontaktdaten ist die Betreuung gut vorbereitet. Ein Betreuungsvertrag regelt die Abholung, und bei einer Verspätung hilft ein kurzer Anruf in der Pension. Mikrochip und Registrierung bringen dein Tier zu dir zurück, falls es in der fremden Umgebung einmal entwischt.
Die Angaben geben den Stand vom 20. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind die „Tipps zur Beurteilung von Tierpensionen“ des Deutschen Tierschutzbunds mit Stand August 2026, seine Hinweise zur Urlaubszeit vom 4. Juni 2025 und zum Urlaub mit Hund vom 18. Juli 2024, die Merkblätter der Landratsämter Bodenseekreis und Aichach-Friedberg zur Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz sowie die Hinweise der Stiftung Warentest zur Tierhalterhaftpflicht vom Juli 2024 und zur Hundehaftpflicht vom September 2025. Einzelheiten des Erlaubnisverfahrens können sich zwischen den Landkreisen unterscheiden, Auskunft gibt dein örtliches Veterinäramt. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall.
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Redaktion Early Paws


