
Illustration: KI-generiert
Ratten und Mäuse richtig füttern: Körner, Gemüse, Eiweiß
Ratten suchen sich ihr Lieblingsfutter sorgfältig aus und probieren von einer neuen Sorte meist erst ein kleines Stück, während Mäuse ihre Körner gern in kleinen Vorräten im Gehege verstecken. Beide Nager ernähren sich überwiegend von Körnern und Pflanzen und freuen sich zusätzlich über frisches Gemüse und ein wenig tierisches Eiweiß. Mit einer passenden Körnermischung und gut gewählten Beigaben stellst du für deine kleinen Mitbewohner einen abwechslungsreichen und gesunden Speiseplan zusammen.
Farbratten stammen von der Wanderratte ab und Farbmäuse von der Hausmaus, deren wild lebende Verwandte als Allesfresser sehr unterschiedliche Nahrung aufnehmen. Für eine gesunde Ernährung deiner kleinen Heimtiere hat sich ein ausgewogener Speiseplan bewährt, der vor allem aus Körnern und Pflanzen besteht und um kleine Mengen tierisches Eiweiß ergänzt wird. Ratten werden etwa zwei bis drei Jahre alt und bei guter Pflege manchmal auch vier Jahre, während Mäuse eine Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren haben. Eine ausgewogene Ernährung trägt viel dazu bei, dass deine Tiere diese Zeit gesund und munter verbringen.
Körnerfutter als Grundlage für Ratten und Mäuse
Die Grundlage im Napf bildet bei Ratten wie bei Mäusen eine hochwertige Körnermischung aus verschiedenen Getreidearten und Sämereien, die im Fachhandel eigens für die jeweilige Tierart erhältlich ist. Gut geeignet sind Mischungen mit getrocknetem Gemüse und Kräutern, während ölhaltige Saaten wie Sonnenblumenkerne und Nüsse nur einen kleinen Teil ausmachen sollten, weil sie viel Fett mitbringen. Auf der Packung steht, für welche Tierart das Futter gedacht ist und ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder um ein Ergänzungsfuttermittel handelt, das nur einen Teil der Ration abdeckt. Gepresste Pellets eignen sich für Ratten am besten als Beigabe zur Körnermischung, denn bei alleiniger Fütterung können je nach Zusammensetzung Nährstoffe fehlen.
Für Mäuse empfiehlt der Schweizer Tierschutz etwa einen gehäuften Teelöffel Körnerfutter pro Tier und Tag, den du am besten einmal täglich und immer zur gleichen Uhrzeit anbietest. Die Tiere stellen sich schnell auf diesen festen Rhythmus ein und statt einer ständig randvollen Schale bekommen sie so ihre Tagesportion zugeteilt. Bei Ratten orientierst du dich an der Fütterungsempfehlung auf der Packung und behältst die Figur deiner Tiere im Blick. Gut verschlossen und trocken gelagert bleibt das Körnerfutter lange frisch.
Gemüse, Obst und Kräuter für Ratten und Mäuse
Mäuse freuen sich täglich über kleine Mengen Gemüse wie Karotten und Zucchini, Gurke oder Brokkoli und über Salate wie Feldsalat oder Kopfsalat. Auch Kräuter und Wildpflanzen wie Löwenzahn und Gänseblümchen, Spitzwegerich und Petersilie stehen gern auf ihrem Speiseplan und frisches Heu sollte jederzeit im Gehege bereitliegen. Obst wie Apfel, Birne oder ein paar Beeren bekommen Mäuse am besten nur selten und in kleinen Mengen als Leckerbissen. Steinobst wie Kirschen oder Pflaumen und exotische Früchte vertragen Mäuse dagegen schlecht, weil sie ihnen Verdauungsprobleme bereiten können.
Ratten vertragen eine größere Auswahl an Früchten und bekommen ihr Frischfutter am besten täglich, gewaschen oder geschält und in kleinen Portionen. Geeignet sind zum Beispiel Äpfel und Birnen, Bananen und Kiwis oder Beeren sowie Gemüse wie Karotten und Gurken, Fenchel und Sellerie oder Rote Bete. Erbsen bietest du Ratten gekocht an und Bohnen und Kartoffeln eignen sich ausschließlich gekocht, weil sie roh als gefährlich gelten. Kräuter wie Basilikum und Petersilie, Minze und Salbei nehmen Ratten ebenfalls gern an und bringen Abwechslung in den Napf.
Reste von Frischfutter sammelst du am besten täglich wieder ein, bevor sie verderben oder zu schimmeln beginnen. Mäuse legen gern kleine Vorräte an und verbuddeln Gemüse in der Einstreu, deshalb gibst du ihnen am besten nur so viel Frischfutter, wie sie gleich fressen. Einmal pro Woche lohnt sich außerdem ein Blick unter die Häuschen und in die Ecken des Geheges, wo sich solche Futterdepots gern sammeln.
Tierisches Eiweiß und kleine Leckerbissen
Neben Körnern und Pflanzen brauchen Ratten und Mäuse auch etwas tierisches Eiweiß, das unter anderem für den Aufbau von Muskeln, Haut und Fell sowie für die Blutbildung wichtig ist. Mäuse bekommen es am besten zwei- bis dreimal pro Woche in Form von einem Mehlwurm oder ein paar Heimchen, einem Stückchen hart gekochtem Ei oder einem kleinen Klecks Hüttenkäse. Für Ratten eignen sich ebenfalls Futterinsekten wie Mehlwürmer und Heimchen sowie hart gekochtes Ei oder ein kleines Stück Hartkäse, jeweils in kleinen Mengen. Milchprodukte wie Joghurt und Quark oder milden Käse gibst du Ratten nur sparsam, weil sie Milchzucker in größeren Mengen schlecht verdauen, und laktosefreie Produkte sind eine gute Alternative.
Als kleine Belohnung eignen sich für Ratten ungekochte Nudeln oder Nüsse in der Schale, an denen sie eine Weile knabbern und dabei ihre Nagezähne abnutzen. Trockenobst und selbst gemachte Snacks sind für Ratten eine schöne Abwechslung, die du gut als Belohnung beim Kennenlernen einsetzen kannst. Mäuse freuen sich gelegentlich über einen Kolben Hirse, eine Nuss mit Schale oder ein Stückchen hartes Brot als seltene Abwechslung. Zuckerhaltige Snacks aus dem Handel lässt du am besten im Regal, weil Zucker Darm und Zähne der kleinen Nager belasten kann.

Unser Tipp
Bewährt hat sich, einen Teil des Futters im Gehege zu verstecken, damit deine Ratten und Mäuse es wie in der Natur selbst suchen und sich erarbeiten müssen. Dafür füllst du zum Beispiel eine Papprolle mit Körnern und verschließt die Enden mit etwas Heu, oder du streust das Futter in frische Einstreu und hängst einen Kolben Hirse auf. Wechselst du die Verstecke von Tag zu Tag, bleibt die Suche spannend und deine Tiere sind eine ganze Weile beschäftigt. Auf dieselbe Art kannst du auch Wellensittichen einen Teil ihrer Körner im Käfig verteilen.
Ungeeignete und giftige Lebensmittel
Zwiebelgewächse wie Zwiebeln, Knoblauch und Bärlauch gehören ebenso wie bei der Ernährung von Hunden nicht in den Napf von Ratten und Mäusen. Bei Ratten gilt das auch für Avocado, deren Kern und Schale Giftstoffe enthalten und deren Fruchtfleisch sehr fetthaltig ist, weshalb du am besten ganz darauf verzichtest. Rohe Kartoffeln und Bohnen, roher Kohl und rohe Artischocken sowie grüne Bananen sind für Ratten ebenfalls ungeeignet und Tomaten können bei ihnen Durchfall auslösen. Erdnussbutter birgt für Ratten eine Erstickungsgefahr, weil sie nicht erbrechen können, und kohlensäurehaltige Getränke sind ungeeignet, da Ratten nicht aufstoßen können.
Altes oder verdorbenes Futter ist für beide Tierarten ungeeignet, deshalb lohnt sich ein Blick auf das Haltbarkeitsdatum der Körnermischung und auf Frischfutter, das schon länger in der Küche liegt. Brot gibst du nur ab und zu und in getrockneter Form, weil es Salz enthält, das in größeren Mengen für die kleinen Tiere ungünstig ist. Wirkt eines deiner Tiere nach dem Fressen matt oder hat es Durchfall, empfiehlt sich ein baldiger Besuch in einer Tierarztpraxis mit Erfahrung bei kleinen Heimtieren, der du gleich sagst, was das Tier wann gefressen hat.
Frisches Wasser, Nagematerial und eine gesunde Figur
Frisches Trinkwasser sollte deinen Tieren jederzeit zur Verfügung stehen und wird am besten täglich erneuert, ganz gleich ob du dafür eine Trinkflasche oder eine Schale verwendest. Bei Mäusen hat sich eine kleine Trinkflasche an der Gehegewand bewährt, während eine Schale so stabil stehen sollte, dass die Tiere sie nicht untergraben oder umwerfen können. Für Ratten eignen sich offene Tonschalen ebenso wie Trinkflaschen und auch die Futter- und Wassernäpfe reinigst du am besten täglich.
Die Schneidezähne von Ratten und Mäusen wachsen ein Leben lang nach und nutzen sich beim Nagen an harten Dingen ab. Dafür eignen sich frische und ungespritzte Zweige von Hasel und Weide, Birke und Buche oder Obstbäumen sowie Stücke aus unbehandeltem Holz, die du mehrmals pro Woche erneuerst. Das Nagen beschäftigt die Tiere zugleich und gehört deshalb ebenso zu ihrem Alltag wie das Futter selbst.
Ratten neigen bei wenig Bewegung und reichlich Futter zu Übergewicht, das häufig auch erblich bedingt ist, und viele rote und orangefarbene Farbmäuse bringen aus der Zucht eine Veranlagung mit, die selbst bei guter Ernährung zu Übergewicht führt. Wirkt eines deiner Tiere rundlich, besprichst du die passende Futtermenge am besten mit deiner Tierarztpraxis und kürzt das Futter nicht eigenmächtig, denn auch ein übergewichtiges Tier braucht täglich alle Nährstoffe für seine Gesundheit. Täglicher Auslauf in einem sicheren Raum und Futter, das sich die Tiere erst suchen, bringen zusätzlich Bewegung in ihren Alltag.
Checkliste für Ratten und Mäuse
- Körnermischung als Grundlage
- Täglich etwas frisches Gemüse
- Obst bei Mäusen nur selten
- Eiweiß in kleinen Portionen
- Zwiebelgewächse und Avocado meiden
- Frischfutterreste täglich entfernen
- Wasser täglich erneuern
- Ungespritzte Zweige zum Nagen
Fazit
Ratten und Mäuse ernähren sich am besten von einer hochwertigen Körnermischung mit Getreide, Sämereien und getrockneten Kräutern, die frisches Gemüse und Kräuter täglich ergänzen. Ratten vertragen dabei eine größere Auswahl an Obst, während Mäuse Obst nur selten und Steinobst sowie exotische Früchte gar nicht bekommen. Tierisches Eiweiß aus Futterinsekten, hart gekochtem Ei oder etwas Käse gehört bei beiden Tierarten in kleinen Mengen dazu, bei Mäusen etwa zwei- bis dreimal pro Woche.
Zwiebelgewächse und Avocado bleiben ebenso wie rohe Kartoffeln oder Bohnen und zuckerhaltige Snacks außerhalb des Speiseplans von Ratten und Mäusen. Frisches Wasser und täglich entfernte Futterreste gehören ebenso zur Fütterung im Alltag wie ungespritzte Zweige, an denen die Tiere ausgiebig knabbern und ihre ständig nachwachsenden Zähne abnutzen. Neigt ein Tier zu Übergewicht, lässt sich die passende Futtermenge gemeinsam mit einer Tierarztpraxis finden, die Erfahrung mit kleinen Heimtieren hat.
Die Angaben geben den Stand vom 14. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind die Merkblätter „Ratten“ (Nr. 160, Stand April 2014) und „Mäuse“ (Nr. 158, Stand Oktober 2013) der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), die Merkblätter „Ratten“ und „Farbmaus“ des Schweizer Tierschutzes STS (2019) sowie die Informationsblätter „Farbratten als Haustiere“ und „Farbmäuse als Haustiere“ des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (bmt, 2025). Der Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.
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Redaktion Early Paws


