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Early Paws
Ein blauer Wellensittich mit gelbem Kopf sitzt auf einem Naturast und knabbert an einem Kräuterzweig aus einer Holzschale mit Salat, Brokkoli, Gurke und geraspelten Karotten

Illustration: KI-generiert

Ernährung

Wellensittiche richtig füttern: Körner, Grünfutter, Obst

6 Min. Lesezeit

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Wellensittiche stammen aus Australien, wo sie in großen Schwärmen weite Strecken auf der Suche nach Futter und Wasser zurücklegen. Als Heimtiere brauchen sie eine abwechslungsreiche Mischung aus Saaten und frischem Grünfutter mit Gemüse und Obst, die ihren Bedarf deckt und ihnen zugleich Beschäftigung bietet. Mit der passenden Menge Körner und einem bunten Teller Frischfutter stellst du deinen Wellensittichen einen gesunden Speiseplan zusammen.

Wellensittiche zählen zu den Papageien und ernähren sich als Heimtiere zum größten Teil von Saaten, die nach Empfehlung der Vogelklinik der Universität Leipzig etwa siebzig Prozent ihres Futters ausmachen. Den übrigen Teil bilden Grünfutter und Gemüse mit etwas Obst sowie Grit und Mineralstoffe, die eine ausgewogene Ernährung deiner Vögel abrunden. Wellensittiche können zehn Jahre und älter werden, und eine gute Fütterung trägt viel dazu bei, dass sie diese Zeit gesund und munter verbringen.

Körnermischung als Grundlage für Wellensittiche

Die Grundlage bildet eine Saatenmischung aus Kanariensaat und verschiedenen Hirsesorten mit kleineren Anteilen von Leinsamen und Haferkernen sowie Hanfsaat, wobei Kanariensaat im Handel auch Glanz heißt. Pro Vogel und Tag reichen etwa zwei gestrichene Teelöffel dieser Mischung, die du am besten täglich frisch in den Napf gibst. Ein ständig randvoller Napf führt bei Wellensittichen dagegen rasch zu Übergewicht, und da Honig oder Zucker in manchen Mischungen zusätzliche Energie mitbringen, lohnt sich auch ein Blick auf die Zutatenliste.

Statt der Saatenmischung kannst du deinen Wellensittichen auch spezielles Pelletfutter für Wellensittiche anbieten, dessen Menge sich nach der Angabe auf der Packung richtet. Auf dem Etikett steht außerdem, ob es sich um ein Alleinfuttermittel für die gesamte tägliche Ration oder um ein Ergänzungsfuttermittel handelt. Frisches Grünfutter und Gemüse gehören bei beiden Varianten täglich dazu und machen zusammen mit Obst, Grit und Mineralstoffen knapp ein Drittel des Speiseplans aus.

Grünfutter, Gemüse und Obst für Wellensittiche

Beim Gemüse eignen sich für Wellensittiche vor allem Paprika und Karotten, Gurke und Mais sowie Brokkoli und Blumenkohl, und als Futterpflanzen kommen Löwenzahn und Vogelmiere, Salat und Spinat sowie Rispengräser hinzu. Wildkräuter pflückst du am besten fern von stark befahrenen Straßen, und frisch gewaschen kommen sie dann in den Napf oder an die Gitterstäbe. Obst wie Apfel und Banane, Kiwi und Melone oder Beeren der Saison bekommen Wellensittiche als süße Ergänzung zum Gemüse, und Reste von Frischfutter sammelst du am besten täglich wieder ein, bevor sie welken oder verderben.

Unser Tipp

Bewährt hat sich, einen Teil der Körner im Käfig oder in einem Futterspielzeug zu verteilen, damit deine Wellensittiche ihr Futter wie in der Natur suchen und sich erarbeiten. Frisch gewaschene und noch nasse Salatblätter oder Kräuter kannst du zusätzlich an die Gitterstäbe klemmen, wo sie zugleich als kleine Badegelegenheit dienen. Ähnlich wie bei Ratten und Mäusen bringt verteiltes Futter so Bewegung und Abwechslung in den Alltag deiner Tiere, die sich ihre Mahlzeit dann Korn für Korn zusammensuchen.

Grit, Mineralstoffe und Eiweiß in der Mauser

Wellensittiche haben keine Zähne und zerkleinern die Körner deshalb im Magen mithilfe von Magengrit aus feinem Quarzkies, den sie mit dem Futter aufnehmen und der am besten in einem eigenen Schälchen ständig im Käfig bereitsteht. Mineralstoffe erhalten deine Vögel über eine Sepiaschale und Muschelgrit oder einen Mineralstein, die du am Gitter befestigst oder in ein eigenes Schälchen legst. Vitamin- und Mineralstoffergänzungen gibst du nur in kleinen Mengen und nach der Angabe auf der Packung. In der Mauser, wenn sie ihr Gefieder erneuern, sowie im Wachstum und während der Brut brauchen Wellensittiche zusätzlich etwas tierisches Eiweiß in Form von hart gekochtem Ei oder Eifutter und von Hüttenkäse oder Quark. Milch selbst gehört dagegen nicht auf den Speiseplan, während Quark und Hüttenkäse in kleinen Mengen als Ergänzung dienen.

Ungeeignete und giftige Lebensmittel

Avocado ist für Wellensittiche giftig und gehört ebenso wie Schokolade und Pralinen sowie andere zucker- oder fettreiche Lebensmittel nicht in ihre Nähe. Auch Koffein und Alkohol sowie salzige oder gewürzte Speisen schaden den kleinen Vögeln, weshalb Reste vom eigenen Teller nicht in den Napf wandern. Erdnüsse und roher Kohl stehen ebenfalls auf der Liste der Lebensmittel, die die Vogelklinik der Universität Leipzig als schädlich einstuft, und auch Tabakrauch belastet die Vögel, weshalb ihr Käfig am besten in einem rauchfreien Raum steht.

Knabberstangen mit Honig und eine einseitige Fütterung mit Hirse begünstigen Übergewicht, deshalb verzichtest du am besten auf solche Stangen und bietest Kolbenhirse nur gelegentlich als Belohnung an. Überlagertes oder ranzig riechendes Körnerfutter tauschst du am besten gegen eine frische Packung aus. Weil Wellensittiche Krankheiten oft lange verbergen, empfiehlt sich bei Auffälligkeiten nach dem Fressen ein baldiger Besuch in einer auf Vögel spezialisierten Tierarztpraxis mit einer kurzen Angabe dazu, was dein Vogel zuletzt gefressen hat.

Wasser, Naturzweige und Freiflug

Frisches Trinkwasser sollte deinen Wellensittichen jederzeit zur Verfügung stehen und wird am besten täglich erneuert. In den Käfig gehören dabei mehrere Futter- und Wassernäpfe sowie eine Badegelegenheit wie ein Badehäuschen oder eine flache Schale, die bei warmen Temperaturen gern genutzt wird. Die Näpfe hängst du am besten so auf, dass sie nicht unter einer Sitzstange liegen, weil sie dort leicht mit Kot verschmutzen.

Frische Zweige von Weide und Birke, Linde oder ungespritzten Obstbäumen dienen deinen Vögeln als Sitzstangen und zugleich als Knabbermaterial. Durch ihre unterschiedlichen Durchmesser trainieren Naturzweige zugleich die Füße, weshalb sich eine Auswahl verschieden dicker Zweige im Käfig bewährt hat. Abgenutzte Zweige ersetzt du am besten regelmäßig durch frische, damit deine Wellensittiche ständig Naturäste zum Knabbern vorfinden.

Wellensittiche bleiben vor allem mit täglichem Freiflug schlank und fit, und bewährt haben sich mehrere Stunden am Tag unter Aufsicht in einem sicheren Raum, in dem sie ungestört ihre Runden fliegen können. Ob die Futtermenge passt, zeigt dir am besten eine wöchentliche Kontrolle mit einer grammgenauen Küchenwaage. Nimmt dein Vogel zu, besprichst du die passende Menge am besten mit einer vogelkundigen Tierarztpraxis, denn Übergewicht kann bei Wellensittichen Leber und Herz-Kreislauf-System sowie den Bewegungsapparat belasten und so die Gesundheit deines Vogels beeinträchtigen.

Checkliste für Wellensittiche

  • Saatenmischung als Grundlage
  • Zwei Teelöffel pro Vogel und Tag
  • Täglich frisches Grünfutter
  • Grit und Sepiaschale bereitstellen
  • Eiweiß in der Mauser
  • Avocado und Schokolade meiden
  • Kolbenhirse nur gelegentlich
  • Gewicht wöchentlich prüfen

Fazit

Wellensittiche ernähren sich am besten von einer Saatenmischung aus Glanz und Hirse mit weiteren Saaten, von der etwa zwei gestrichene Teelöffel pro Vogel und Tag ausreichen. Frisches Gemüse und Wildkräuter wie Löwenzahn und Vogelmiere machen zusammen mit etwas Obst, Grit und Mineralstoffen knapp ein Drittel des Speiseplans aus. Grit und eine Sepiaschale gehören dauerhaft in den Käfig, während tierisches Eiweiß vor allem in der Mauser auf den Speiseplan kommt.

Avocado, Schokolade und gesalzene oder gewürzte Speisen bleiben ebenso außerhalb des Käfigs wie Knabberstangen mit Honig, und Kolbenhirse gibt es nur gelegentlich. Täglich frisches Wasser und Naturzweige zum Knabbern gehören ebenso dazu wie mehrere Stunden Freiflug am Tag, der deine Vögel schlank und fit hält. Eine wöchentliche Kontrolle des Gewichts zeigt dir rechtzeitig, ob die Futtermenge passt.

Die Angaben geben den Stand vom 14. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind das Merkblatt „Der Wellensittich“ der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig, das Merkblatt „Wellensittiche“ der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT, Stand Juni 2001), die Heimtier-Info „Wellensittich“ des Georg Thieme Verlags (2020) sowie die Übersicht „Heim- und Kleintiere“ des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (2021). Der Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.

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Redaktion Early Paws

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