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Early Paws
Eine getigerte Katze mit weißen Pfoten kratzt an der Armlehne eines hellgrauen Stoffsofas, deren Bezug schon aufgeraut ist, im Hintergrund ein helles Wohnzimmer mit Holztisch, Pflanzen und großem Fenster

Illustration: KI-generiert

Erziehung

Katze kratzt an Möbeln: freundlich zum Kratzbaum lenken

7 Min. Lesezeit

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Kratzen gehört für Katzen ebenso selbstverständlich zum Alltag wie Schlafen, Spielen und Putzen, und auch Wohnungskatzen brauchen dafür einen festen Platz. Findet deine Katze keine passende Stelle, nimmt sie gern das Sofa oder den Teppich und manchmal auch den Türrahmen. Mit einem gut gewählten Kratzbaum am richtigen Ort und viel Lob lenkst du ihre Krallen freundlich dorthin, wo sie kratzen darf.

Kratzen gehört zum natürlichen Verhalten jeder Katze und erfüllt mehrere wichtige Aufgaben, weshalb es in der Erziehung von Katzen vor allem um die Frage geht, wo sie kratzt. Tierschutzorganisationen wie die britische Cats Protection und die amerikanische ASPCA empfehlen deshalb, der Katze attraktive Kratzplätze anzubieten und sie freundlich dorthin zu lenken. Mit etwas Geduld und vielen kleinen Belohnungen findet deine Katze so ihre Lieblingsstelle am Kratzbaum statt am Sofa.

Warum Katzen kratzen

Beim Kratzen lösen Katzen die alten, abgenutzten Hornschichten von ihren Krallen, sodass darunter die neuen und scharfen Krallen zum Vorschein kommen. Zugleich hinterlassen sie eine Botschaft für andere Katzen, denn der Geruch aus den Duftdrüsen zwischen ihren Ballen bleibt an der Kratzstelle haften und auch die sichtbaren Kratzspuren zeigen anderen Katzen ihr Revier an. Nach dem Aufwachen strecken sich viele Katzen ausgiebig und kratzen dabei, weil sie so ihre Muskeln und Gelenke dehnen. Auch beim Spielen gehört das Kratzen dazu, und in unruhigen Zeiten mit Renovierungen und neuen Möbeln oder Streit mit einer anderen Katze kratzen manche Katzen häufiger als sonst.

Den passenden Kratzbaum für deine Katze wählen

Ein guter Kratzbaum steht fest und wackelt auch dann nicht, wenn sich deine Katze mit ihrem ganzen Gewicht hineinlehnt, denn sie braucht beim Kratzen einen spürbaren Widerstand. Er sollte außerdem so hoch sein, dass sich deine Katze daran in voller Länge strecken kann. Wirkt ein hoher Kratzbaum nach dem Aufbau etwas wackelig, kannst du ihn mit einer Halterung an der Wand befestigen und ihm so deutlich mehr Halt und Sicherheit geben.

Viele Katzen kratzen bevorzugt an senkrechten Flächen, manche bevorzugen jedoch waagrechte oder schräge Kratzbretter, etwa wenn sie bisher vor allem am Teppich oder an der Treppe gekratzt haben. Als Material eignen sich Sisal und Wellpappe ebenso wie Holz oder Baumrinde sowie Teppich und grober Stoff, und mit Sisal und einem günstigen Kratzbrett aus Pappe gelingt der Einstieg gut. Sobald du die Lieblingsart deiner Katze kennst, lohnt sich ein zweiter oder dritter Kratzplatz dieser Art in einem anderen Zimmer. Bei mehreren Katzen bekommt am besten jede ihren eigenen Kratzplatz an einem anderen Ort, damit es keinen Streit um beliebte Stellen gibt.

Der richtige Standort für den Kratzbaum

Am besten stellst du den neuen Kratzbaum direkt neben die bisherige Kratzstelle deiner Katze und damit zum Beispiel vor die Armlehne des Sofas oder neben den Türrahmen. Nutzt sie ihn zuverlässig, kannst du ihn nach und nach an einen Platz deiner Wahl rücken. Ein weiteres Kratzbrett direkt neben dem Schlafplatz ist besonders praktisch, weil sich Katzen nach dem Aufwachen gern strecken und dabei gleich eine passende Kratzstelle vorfinden sollten.

Kratzplätze gehören in die Lieblingsräume deiner Katze und dort sowohl in belebte als auch in ruhige Bereiche der Wohnung. Ein Kratzbaum am Fenster oder in der Nähe der Heizung wird oft zum Lieblingsplatz, denn von dort aus kann deine Katze nach draußen schauen und Vögel beobachten. Liebt deine Katze ein bestimmtes Möbelstück, bleibt es am besten an seinem Platz, weil ein neues Sofa an derselben Stelle sonst oft genauso bekratzt wird.

Katze vom Sofa zum Kratzbaum lenken

Neugierig auf den Kratzbaum wird deine Katze durch etwas Katzenminze auf dem Sisal, ein daran aufgehängtes Spielzeug oder ein paar Futterstückchen auf den Ebenen. Kätzchen unter etwa vier Monaten und manche erwachsene Katzen reagieren allerdings kaum auf Katzenminze, sodass bei ihnen Spiel und Leckerli am Kratzbaum besser wirken und die Neugier wecken. Für jedes Kratzen am Kratzbaum lobst du deine Katze sofort mit freundlicher Stimme oder belohnst sie mit einem kleinen Leckerli, damit sie den Zusammenhang gut versteht. Ein Markersignal wie ein kurzes „Fein“ hilft dabei, genau den richtigen Moment zu treffen, und auch Clickertraining eignet sich für viele Katzen.

Einem Kratzen am Sofa schenkst du dagegen am besten wenig Beachtung, weil manche Katzen das Kratzen an Möbeln sonst mit Aufmerksamkeit verbinden. Damit das Sofa in dieser Zeit weniger reizvoll ist, kannst du es vorübergehend mit dicker, glatter Kunststofffolie oder doppelseitigem Klebeband abdecken, weil sich diese Oberflächen für Katzenpfoten unangenehm anfühlen. Auch ein Teppichläufer mit der Noppenseite nach oben macht den Boden vor dem Sofa vorübergehend weniger einladend. Sobald deine Katze den Kratzbaum zuverlässig nutzt, nimmst du die Abdeckungen wieder ab.

Unser Tipp

Den abgenutzten Lieblingskratzbaum deiner Katze stellst du am besten nicht gleich weg, auch wenn er schon ein wenig zerfranst aussieht. Katzen mögen gerade die aufgerauten Oberflächen und den vertrauten Geruch, den sie selbst dort hinterlassen haben. Stellst du einen neuen Kratzbaum direkt daneben, kann deine Katze ihn in Ruhe kennenlernen, während ihr gewohnter Platz erhalten bleibt.

Krallenpflege, Spiel und Gelassenheit im Alltag

Regelmäßig gekürzte Krallen schonen Möbel und Hände gleichermaßen, und in deiner Tierarztpraxis zeigt man dir gern, wie du die Spitzen sicher schneidest. Mit Kindern spielt deine Katze am besten über eine Spielangel oder ein anderes Spielzeug, denn Hände und Füße als Spielzeug können ihr signalisieren, dass Kratzen und Beißen an Menschen erlaubt ist. Kurze Spielrunden über den Tag verteilt bauen Energie ab und wöchentlich ausgetauschtes Spielzeug bleibt für deine Katze spannend.

Kratzt deine Katze auffällig oft an Fenstern und Türen, kann das auf Unsicherheit hindeuten, etwa wenn draußen eine fremde Katze durch den Garten streift. Hilfreich ist es dann, den Blick nach draußen vorübergehend zu verdecken und ihr drinnen sichere Rückzugsorte und erhöhte Liegeplätze anzubieten. Gerade in der dunklen Jahreszeit verbringen viele Katzen mehr Zeit in der Wohnung, und ein fester Tagesablauf mit gleichbleibenden Zeiten für Futter und Spiel gibt ihnen Sicherheit. Ändert sich das Kratzverhalten plötzlich deutlich, hilft ein Gespräch in deiner Tierarztpraxis oder mit einer Verhaltensberatung für Katzen, die Ursache zu finden.

Checkliste für Kratzbaum und Sofa

  • Stabilen Kratzbaum wählen
  • Hoch genug zum Strecken
  • Neben die alte Kratzstelle stellen
  • Kratzbrett am Schlafplatz
  • Katzenminze oder Spielzeug anbieten
  • Sofort loben und belohnen
  • Sofa vorübergehend abdecken
  • Krallen regelmäßig kürzen

Fazit

Katzen kratzen, um ihre Krallen zu pflegen, ihr Revier mit Duft und sichtbaren Spuren zu markieren und sich nach dem Schlafen zu strecken. Ein stabiler und ausreichend hoher Kratzbaum sowie ein Kratzbrett für waagrecht kratzende Katzen geben diesem Bedürfnis einen festen Platz. Direkt neben der bisherigen Kratzstelle und in der Nähe des Schlafplatzes nimmt deine Katze ihn gern an, weil sie dort ohnehin kratzen und sich nach dem Aufwachen strecken möchte.

Katzenminze, Spielzeug und ein sofortiges Lob lenken deine Katze freundlich zum Kratzbaum, während eine glatte Folie das Sofa vorübergehend schützt. Regelmäßig gekürzte Krallen, kurze Spielrunden mit der Spielangel und ein ruhiger Tagesablauf mit festen Zeiten für Futter und Spiel runden den Alltag deiner Katze ab. Ändert sich das Kratzverhalten plötzlich, kann eine Tierarztpraxis oder eine Verhaltensberatung für Katzen bei der Suche nach der Ursache helfen und gemeinsam mit dir passende Lösungen finden.

Die Angaben geben den Stand vom 14. Oktober 2026 wieder. Grundlage sind die Hinweise der britischen Tierschutzorganisation Cats Protection zum Kratzverhalten, der Ratgeber „Destructive Scratching“ der ASPCA, die Empfehlungen von International Cat Care zu Kratzbäumen sowie der Beitrag „Claw Counseling“ aus dem Claw-Friendly Educational Toolkit der American Association of Feline Practitioners, heute Feline Veterinary Medical Association. Der Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.

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Redaktion Early Paws

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