Parodontitis
Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats, die Zahnfleisch, Haltebänder und Knochen um den Zahn dauerhaft schädigt.
Der Zahnhalteapparat, in der Fachsprache Parodont genannt, verankert jeden Zahn im Kiefer und besteht aus dem Zahnfleisch, feinen Haltebändern und dem Knochen rund um die Wurzel. Bei einer Parodontitis hat sich eine Entzündung vom Zahnfleisch auf diese tieferen Gewebe ausgebreitet und baut sie nach und nach ab. Anders als eine reine Zahnfleischentzündung bildet sich eine Parodontitis nicht mehr zurück, sodass sich betroffene Zähne mit der Zeit lockern und verloren gehen können.
Wie eine Parodontitis entsteht
Am Anfang steht die Plaque, ein Bakterienbelag am Zahnfleischrand, der mit Mineralien aus dem Speichel nach wenigen Tagen zu Zahnstein verhärtet. Die Abbauprodukte der Bakterien reizen das Zahnfleisch, das sich daraufhin rot oder lila färbt, anschwillt und leicht blutet, und diese Gingivitis heilt bei gründlicher Reinigung noch vollständig ab. Hält die Entzündung länger an, greift sie auf Bänder und Knochen über und es kommt zu zurückweichendem Zahnfleisch, freiliegenden Wurzeln und beweglichen Zähnen.
Welche Tiere häufiger betroffen sind
Ob und wie früh eine Parodontitis entsteht, hängt neben der Mundhygiene auch von Rasse und Erbanlagen, vom Alter und von der Ernährung ab. Bei Hunden zeigt sie sich meist ab einem Alter von vier bis sechs Jahren, wobei kleine Rassen häufiger erkranken und die Backenzähne öfter betroffen sind als die Schneidezähne. Eine Auswertung britischer Tierarztpraxen fand ein erhöhtes Risiko unter anderem beim Toypudel, beim King Charles Spaniel und beim Greyhound, während es mit steigendem Körpergewicht abnahm. Bei manchen Katzen kann eine Parodontitis schon ab etwa einem Jahr auftreten.
Woran du eine Parodontitis erkennst
Mundgeruch, gerötetes Zahnfleisch und Zahnstein am Zahnfleischrand gehören zu den frühen Zeichen, während später zurückweichendes Zahnfleisch und lockere Zähne hinzukommen. In fortgeschrittenen Fällen können sich Fisteln bilden, also feine Gänge, die vom entzündeten Gewebe nach außen führen. Da Hunde und Katzen Schmerzen im Maul häufig verbergen, ist der Blick ins Maul bei der jährlichen Untersuchung in der Tierarztpraxis besonders wertvoll.
Behandlung und Nachsorge
Behandelt wird eine Parodontitis in Narkose, weil sich nur so die Zähne ober- und unterhalb des Zahnfleischrands gründlich reinigen und Röntgenaufnahmen der Kiefer anfertigen lassen, die den Knochenabbau zeigen. Stark geschädigte Zähne werden gezogen, und Katzen kommen danach erstaunlich gut zurecht, sobald das Gewebe verheilt ist. Begünstigende Umstände wie eine ungünstige Zahnstellung oder eine Grunderkrankung behandelt deine Tierarztpraxis gleich mit. Zu Hause halten tägliches Zähneputzen und bei Bedarf ein Gel gegen Plaque die Zähne sauber, und je nach Zustand steht nach drei Monaten bis zu einem Jahr eine erneute Reinigung in der Praxis an.
