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Early Paws

Atypische Weidemyopathie

Eine ernste Muskelerkrankung bei Pferden, ausgelöst durch Samen, Keimlinge oder Blätter von Bergahorn und Eschen-Ahorn, vor allem im Herbst und Frühjahr.

Die atypische Weidemyopathie, oft auch atypische Myopathie genannt, ist eine Erkrankung der Muskulatur, die bei Pferden auf der Weide auftritt. Das Wort Myopathie bezeichnet in der Tiermedizin ganz allgemein eine Muskelerkrankung, und der Zusatz atypisch grenzt sie von Muskelproblemen ab, die nach Arbeit oder Training entstehen. Ausgelöst wird sie durch den Stoff Hypoglycin A, den Pferde mit Samen, Keimlingen oder Blättern bestimmter Ahornarten aufnehmen, meist beim Grasen auf Weiden mit solchen Bäumen am Rand oder in der Nähe.

Welche Ahornarten die Erkrankung auslösen

In Mitteleuropa enthalten vor allem der Bergahorn und der Eschen-Ahorn das Hypoglycin A, während Spitzahorn und Feldahorn als unbedenklich gelten. Der Bergahorn ist ein heimischer Laubbaum mit großen, fünflappigen Blättern und Flügelsamen, die im Herbst in großer Zahl auf die Weiden fallen. Der Eschen-Ahorn ist hierzulande nicht heimisch und wächst vor allem in Parks oder gelegentlich verwildert, wobei seine gefiederten Blätter an eine Esche erinnern.

Der Stoff steckt in allen genannten Pflanzenteilen und bleibt auch in abgestorbenen Keimlingen sowie in Heu oder Heulage von Wiesen in der Nähe dieser Ahornbäume über längere Zeit erhalten. Im Körper stört Hypoglycin A den Energiestoffwechsel der Muskelzellen, wovon neben der Bewegungsmuskulatur auch die Atemmuskulatur und das Herz betroffen sein können. Wie viel davon ein Pferd verträgt, ist von Tier zu Tier verschieden, weshalb in einer Herde mal ein einzelnes Pferd und mal mehrere Pferde erkranken.

Wann und bei welchen Pferden sie auftritt

Die meisten Fälle treten im Herbst auf, wenn Samen und Laub auf der Weide liegen, und ein kleinerer Teil im Frühjahr mit den jungen Keimlingen aus liegengebliebenen Samen. Kühles Wetter mit Frost oder mit Temperaturen im einstelligen Bereich über ein bis zwei Tage begünstigt die Erkrankung, weshalb nach den ersten kalten Nächten im Herbst besondere Aufmerksamkeit auf der Weide gefragt ist. Häufiger betroffen sind jüngere Pferde, die viele Stunden auf kargen und abgefressenen Weiden in der Nähe dieser Bäume stehen und dort wenig zusätzliches Futter erhalten.

Anzeichen der atypischen Weidemyopathie

Die Anzeichen beginnen meist plötzlich mit einem steifen Gang, ohne dass das Pferd vorher gearbeitet hat. Hinzu kommen können starkes Schwitzen und Muskelzittern, ein schwankender Gang und ein dunkelbraun bis rötlich verfärbter Urin, manchmal auch Anzeichen einer Kolik oder Festliegen. Viele betroffene Pferde fressen dabei weiter, sodass ein guter Appetit in diesem Fall keine Entwarnung bedeutet.

Bei solchen Anzeichen empfiehlt sich ein sofortiger Anruf in deiner Tierarztpraxis, denn die Erkrankung schreitet rasch voran und eine schnelle Behandlung ist für betroffene Pferde besonders wichtig. Mit kürzeren Weidezeiten, reichlich Heu und großzügigen Zäunen um die Bäume lässt sich die Herbstweide für Pferde entspannt gestalten. Im Frühjahr gehört das Entfernen junger Keimlinge zu dieser Vorsorge dazu.

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