Saponine
Saponine sind Pflanzeninhaltsstoffe, die in größeren Mengen die Schleimhaut von Magen und Darm reizen, bei der Rosskastanie etwa das Aescin.
Der Name Saponine geht auf das lateinische Wort sapo für Seife zurück, denn mit Wasser geschüttelt bilden diese Pflanzenstoffe einen feinen und beständigen Schaum wie ein Spülmittel. Chemisch gehören sie zu den Triterpenen und liegen in der Pflanze als sogenannte Glykoside vor, also in Verbindung mit Zuckerbausteinen. In höheren Pflanzen sind Saponine weit verbreitet und einige von ihnen spielen für die Gesundheit von Haustieren eine Rolle.
Wo Saponine vorkommen
Bekannte saponinhaltige Pflanzen sind die Rosskastanie, der Efeu, die Primel und das Süßholz. In den Samen der Rosskastanie stecken besonders viele Saponine, die zusammen als Aescin bezeichnet werden, und beim Efeu tragen die bekannten Vertreter die Namen Alpha- und Beta-Hederin. Die meisten Saponine schmecken bitter und kratzig und eine bekannte Ausnahme ist die Glycyrrhizinsäure des Süßholzes, die Lakritz seinen süßen Geschmack verleiht.
Bei der Rosskastanie verteilen sich die Saponine über die ganze Pflanze, wobei die Samen deutlich mehr davon enthalten als Blätter und Blüten. Als giftig gelten außerdem die Rinde, frische Triebe und die grünen, stacheligen Fruchtschalen. Im Herbst liegen Samen und Schalen in Parks und Alleen oft in großer Zahl am Boden und damit in Reichweite neugieriger Tiere.
In der Medizin werden einige dieser Stoffe gezielt eingesetzt, etwa Efeu und Primel bei Husten, Rosskastanie und Mäusedorn bei Venenbeschwerden oder Süßholz bei Entzündungen im Magen-Darm-Bereich. Für Rosskastaniensamen gibt es sogar eine europäische Monografie, die solche Präparate für Menschen mit chronischen Venenbeschwerden beschreibt. Diese Anwendungen und Dosierungen gelten allein für den Menschen und deshalb sind Arzneimittel und Hustensäfte an einem Platz außerhalb der Reichweite deines Tieres gut und sicher aufgehoben.
Wie Saponine bei Tieren wirken
Saponine reizen die Schleimhaut, mit der sie in Berührung kommen, und bei Tieren betrifft das vor allem Magen und Darm. Nach dem Fressen von Rosskastanien zeigen Hunde und Katzen vor allem Erbrechen, Durchfall und einen empfindlichen Bauch und für beide gelten schon ein bis zwei Samen als giftige Menge. Nach Efeu sind bei Hunden Speicheln, Unruhe, Erbrechen und Durchfall beschrieben. In großen Mengen können manche Saponine zudem die roten Blutkörperchen schädigen, was Fachleute als Hämolyse bezeichnen, und bei wiederholter Aufnahme sind auch Schäden an Leber und Nieren möglich.
Die Rosskastanie gilt in der Tiermedizin als stark giftig und der Efeu als giftig, wobei beide Einstufungen zu einem großen Teil auf ihre Saponine zurückgehen. Hat dein Tier Kastanien oder Efeu gefressen, empfiehlt sich ein Anruf in deiner Tierarztpraxis, wo man dir gern mit Rat zur Seite steht. Eine Frucht oder ein Zweig der Pflanze erleichtert dem Praxisteam dabei die Beurteilung.
Saponine im Alltag mit Tieren
Im Herbst begegnen Haustiere Saponinen vor allem unter Rosskastanien, deren Samen in Parks und auf Wiesen liegen und zusammen mit Eicheln und anderen Herbstfunden gern im Maul landen. Bewährt hat sich, beim Spaziergang ein eigenes Spielzeug dabeizuhaben, das die Kastanien rasch uninteressant macht. Efeu wächst als immergrüne Kletterpflanze an Mauern, Zäunen und Bäumen und ist damit das ganze Jahr über in Reichweite. Knabbert dein Tier gern an Pflanzen, hilft an solchen Stellen ein Spielzeug oder ein Kauartikel als Ablenkung und ein Lob für jede Ranke, die es in Ruhe lässt, festigt das gewünschte Verhalten.
